Neue Anschläge im Baskenland
Madrid sieht ETA stark geschwächt

Die ETA ist durch die jüngsten Polizeierfolge nach Ansicht der spanischen Sicherheitsbehörden schwer angeschlagen. Mit der Festnahme von elf mutmaßlichen Terroristen und der Zerschlagung von zwei Mordkommandos in einer Woche sei die baskische Untergrund- Organisation so geschwächt wie zuletzt vor der Ausrufung ihrer 14- monatigen "Waffenruhe" im September 1998.

dpa MADRID. Dennoch sei die ETA weiter in der Lage, zu töten. Die Polizei ist nach Presseberichten in höchster Alarmbereitschaft, weil ein größerer Vergeltungsschlag befürchtet wird. Am Wochenende gab es bereits mehrere Brandanschläge mutmaßlicher ETA-Anhänger, bei denen aber niemand verletzt wurde.

Allein das am Mittwoch im Baskenland ausgeschaltete Terrorkommando "Buruntza" wird für mehr als 30 Attentate mit zehn Todesopfern und 18 Verletzten seit der Aufkündigung des ETA-Gewaltverzichts im Dezember 1999 verantwortlich gemacht. Es soll auch hinter dem geplanten Anschlag mit Granatwerfern auf König Juan Carlos bei der Eröffnung des Museums des baskischen Bildhauers Eduardo Chillida im vergangenen September in Hernani stecken. Auch Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte an dem Festakt teilgenommen. Die Polizei hatte die Granatwerfer rechtzeitig entdeckt und unschädlich gemacht.

Das am Freitag zerschlagene Mordkommando "Barcelona" bereitete nach Polizeiangaben vor dem EU-Gipfel im März nächsten Jahres in der katalanischen Metropole ein größeres Attentat vor. Es hatte Daten über mehr als 200 konservative und sozialistische Politiker gesammelt. Am Samstag durchsuchten Fahnder erneut mehrere Wohnungen in Barcelona, nahmen aber niemand fest.

Bei den Großrazzien der vergangenen Woche hatte die Polizei fast 500 Kilogramm Sprengstoff, zahlreiche Waffen und zwei einsatzbereite Autobomben sichergestellt. Drei der ursprünglich 14 Festgenommenen wurden inzwischen aus Mangel an Beweisen wieder auf freien Fuß gesetzt. Ministerpräsident Jose Maria Aznar beglückwünschte die Polizei und rief die Parteien auf, im Kampf gegen die ETA an einem Strang zu ziehen. Seit Januar 2000 sind bereits 150 mutmaßliche Aktivisten der Organisation gefasst und 17 Terrorkommandos zerschlagen worden.

Mutmaßliche ETA-Anhänger verübten am Wochenende in Vitoria einen Brandanschlag auf die Wohnung eines Mitglieds der regierenden konservativen Volkspartei (PP). Es entstand nur Sachschaden. In der Nacht zum Sonntag steckten radikale Separatisten in Irun die Büros eines Hörfunksenders, des Stromversorgers Iberdrola und des Telekomkonzerns Telefonica in Brand. Bei Demonstrationen kam es am Wochenende zudem zu Zusammenstößen mit der Polizei, bei denen drei Menschen verletzt und drei Randalierer festgenommen wurden, wie die Behörden mitteilten.

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