Neue Aufbereitungstechnik
Startup löst Probleme mit Ökosprit

Es ist noch nicht lange her, da galt Biokraftstoff als ultimativer Umwelt-Retter. Die Diskussion um begrenzte Anbauflächen, Besteuerung und geringe Alltagstauglichkeit kratzten am guten Öko-Image. Nun will ein Startup aus dem niedersächsischen Alfeld Biosprit mit einer neuen Technik auf Dauer etablieren.

BERLIN. Die Firma Eoil Automotive & Technologies hat ein System entwickelt, das unterschiedliche Pflanzenöle für den Alltagsbetrieb von Nutzfahrzeugen einsetzbar macht. "Unsere Technologie bietet erstmals eine physikalisch und technisch Lösung für alle Schwierigkeiten, die sich bei der Nutzung von Pflanzenölen als Kraftstoff für Dieselmotoren ergeben", sagt Firmengründer Dietbert Rudolph.

Ein Grundproblem bei Pflanzenölen besteht darin, dass sie nicht so sauber wie Dieselkraftstoff verbrennen: Das Motoröl verklumpt und der Brennraum verschmutzt. Oft kommen verklebte Kraftstofffilter hinzu. Außerdem muss der Ökosprit wegen seiner Zähflüssigkeit bei Kälte erst angewärmt werden, damit der Motor anspringt. Etabliert haben sich daher Lösungen mit zwei Tanks, wobei einer mit Diesel gefüllt ist, mit dem je nach Bedarf der Motor befeuert wird. Das ist umständlich und kostspielig.

Die Entwickler von Eoil haben ein System entwickelt, das zwischen Kraftstofftank und Einspritzsystem eingebaut wird und mit dem die Pflanzenöle vorbehandelt werden. Es besteht im Wesentlichen aus vier Komponenten. "Wir haben eine Kraftstoffpumpe entwickelt, die pumpt statt zu saugen, und mit speziellen Faserfilter lösen wir die Probleme, die durch die hohe Viskosität des Pflanzenöls auftreten", beschreibt Rudolph einen Teil der neuen Technik. In einem Ultraschallbehälter wird das vorgefilterte Pflanzenöl in einer sauerstofffreien Umgebung so behandelt, dass es sich nicht mehr so leicht komprimieren lässt. Um den Motor zu schützen, wird zudem ein Additiv zugesetzt, das wie ein Kriechöl alle sensiblen Stellen des Motors wie Kolbenringnuten und Ventilsitze erreicht. "Mit unserem System können alle Pflanzenöle verwendet werden, die der DIN 51605 entsprechen", sagt Rudolph.

Vornehmlich kommt hierzulande aber Rapsöl in den Tank. Derzeit ist es etwa 25 Cent billiger als Diesel. Dirk Wenzel, kaufmännischer Geschäftsführer von Eoil, rechnet für einen LKW, der im Monat durchschnittlich 12 000 Kilometer fährt und dabei 4 000 Liter Diesel verbraucht, eine Ersparnis von 1 000 Euro. Damit habe sich das System nach sechs bis acht Monaten amortisiert. Eine Nachrüstung kostet inklusive Einbau und je nach vereinbarter Garantie zwischen 5 500 und 7 900 Euro.

Für Spediteure ist die Frage nach der Gewährleistung entscheidend. Zwar hat noch kein Nutzfahrzeughersteller eine Freigabe erteilt, doch Eoil kooperiert mit Marktführer Daimler-Chrysler und Volvo, wodurch bei diesen Fabrikaten eine Gewährleistung angeboten werden kann.

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