Neue Beraterbank
Infomatec bleibt zunächst am Neuen Markt

Die von Negativschlagzeilen belastete Infomatec Integrated Information Systems AG kann sich wieder Hoffnung auf einen Verbleib am Neuen Markt machen.

Reuters AUGSBURG/FRANKFURT. Das Augsburger Unternehmen präsentierte der Deutschen Börse AG am Donnerstag mit der Düsseldorfer Lang & Schwarz eine neue Betreuerbank für den Handel in dem Börsensegment. Die beiden bisherigen "Designated Sponsors", die WestLB und das Bankhaus Sal. Oppenheim, hatten sich zurückgezogen, nachdem Infomatec Ende August übertriebene Angaben über Großaufträge eingeräumt und seine Umsatzprognose für das Jahr 2000 auf 50,1 Mill. DM halbiert hatte. Unternehmen am Neuen Markt müssen zwei Betreuer vorweisen, die eine ausreichende Liquidität in der Aktie sicherstellen sollen.

Infomatec hat nun bis zum nächsten Mittwoch Zeit, einen zweiten Betreuer zu finden. So lange bleibe die Aktie auf jeden Fall am Neuen Markt notiert, sagte Sprecher Jörg Lücke. Es gebe bereits intensive Kontakte zu mehreren renommierten Instituten. Auch Anleger fassten wieder Vertrauen: Die zuletzt um 94 % eingebrochene Aktie schnellte bis zum Mittag um 36 % auf 4,64 Euro nach oben. Infomatec-Sprecher Jörg Lücke sagte, die Deutsche Börse habe die Frist bis zum 20. September verlängert, innerhalb derer das Unternehmen zwei "Designated Sponsors" aufbieten muss. "Wir sind zuversichtlich, recht schnell einen zweiten Designated Sponsor zu finden und am Neuen Markt zu bleiben", sagte er. Die Deutsche Börse hatte von Infomatec am Mittwoch eine Erklärung zur Lage gefordert. Das Unternehmen will sich nun am Freitag in München auf einer Pressekonferenz äußern. Dabei soll es auch um personelle Veränderungen in der Führung gehen.

Der Vorstandschef der Lang & Schwarz Wertpapierhandel AG , Jörg Schwarz, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, Infomatec habe glaubhaft gemacht, aktiv zur Aufklärung der Lage beitragen zu wollen. "Es sind sicherlich Fehler gemacht worden." Aber jeder habe einen zweiten Neuanfang verdient, sagte Schwarz.

>> Infomatec - Intraday-Chart

Den Kurssprung der Aktie erklärte ein Händler in Frankfurt mit deren technischem Erholungspotenzial nach dem Einbruch auf bis zu 3,02 Euro. Das Papier sei "stark ausgebombt" gewesen. Spekulative Käufer hätten die Aktie gekauft. Vorübergehend schnellte das Papier bei einem Umsatz von fast drei Mill. Stücken um 56 % auf 5,30 Euro nach oben. Noch im Februar 2000 war die Infomatec-Aktie für 53 Euro gehandelt worden.

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