Neue Bewegung
Schwedische Börse will Konkurrent kaufen

Mit der Übernahmeofferte des schwedischen Börsenbetreibers OM AB für die Börse Helsinki (Hex) ist Bewegung in die Konsolidierung der europäischen Börsenlandschaft gekommen.

Reuters STOCKHOLM/FRANKFURT. OM, die vor Jahren an der Übernahme der Londoner Börse (LSE) gescheitert war, hat am Dienstag ein Übernahmeangebot über 231 Mill. ? unterbreitet und hat für das neue Unternehmen "OM Hex" weiter gehende Ambitionen. "OM Hex wird andere skandinavische und baltische Marktplätze zur Teilnahme durch Fusionen oder den Ausbau bestehender Kooperationen einladen", hieß es in einer Mitteilung von OM.

Die von OM betriebene Börse Stockholm ist mit den Handelsplätzen in Oslo, Kopenhagen und Reykjavik in der losen Allianz "Norex" verbunden. Helsinki kooperiert mit den Börsen in Riga und Tallinn und hat Kontakte mit Warschau und Vilnius aufgenommen. Das bedeutendste in Helsinki gelistete Unternehmen ist der weltgrößte Handy-Hersteller Nokia. Die Deutsche Börse betreibt über ihre Derivateplattform Eurex den Derivatehandel in Helsinki und will nach Aussagen eines Sprechers die Zusammenarbeit weiter fortsetzen.

Nach Einschätzung von Marktbeobachtern könnte sich so ein Konzern bilden, an den einer der Marktführer in Europa, LSE, Deutsche Börse und Euronext, eines Tages andocken könnte. Nachdem vor Jahren eine Fusion von London und Frankfurt gescheitert war, hatte sich zuletzt die Vierländerbörse Euronext gebildet. Zu dieser gehören die Handelsplätze in Amsterdam, Paris, Brüssel und Lissabon.

"Gemeinsam mit dem nunmehr entstehenden größeren Unternehmen wollen wir Produkt- und Serviceangebote weiter erfolgreich entwickeln", sagte Eurex-Sprecher Uwe Velten. Die weltgrößte Derivatebörse Eurex ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Deutschen und der Schweizer Börse.

Die Eurex betreibt seit 1999 die Derivatehandelsplattform für die Hex. Wie auch auf der Aktienseite ist hier Nokia der wichtigste Wert. Von 21 Mill. gehandelten Kontrakten auf finnische Aktien entfielen nach Angaben der Börse 2002 rund 20 Mill. auf Nokia-Derviate. Seit Beginn der Kooperation habe man den Tagesdurchschnitt bei Nokia-Derivaten von 3000 auf 100 000 Kontrakte gesteigert, teilte die Börse mit. Ein Ende der Zusammenarbeit wäre aus Sicht von Analysten zwar nicht gerade förderlich für das Image, würde aber keine gravierenden Auswirkungen auf das Geschäft der Eurex und damit der Deutschen Börse haben. Im Jahr beläuft sich der Umsatzbeitrag aus dem Geschäft den Experten zufolge auf knapp fünf Mill. ?, 2002 verbuchte die Börse einen Umsatz von 1,1 Mrd. ?.

Die OM-Aktien notierten am Dienstagnachmittag 1,9 % niedriger bei 52,00 ?, die Papiere der Deutschen Börse gewannen 1,35 % auf 41,20 ?.

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