Neue Börsengänge
Kommentar: Ein kleiner Schritt zur Normalität

Wie sehr die Verunsicherung in den vergangenen zwei Jahren die Börsianer erfasst hat, zeigt die derzeitige Lage auf dem IPO-Markt. Dass kleine wie große Unternehmen weltweit öffentlich über einen Börsengang nachdenken, wird inzwischen als Hoffnungsschimmer für ein sich aufhellendes Börsenklima gefeiert.

Dabei ist gerade der umgekehrte Fall normal: Zunächst ändert sich die konjunkturelle Wetterlage allmählich, dann zeigen die Börsenbarometer tendenziell nach oben, und erst in einem dritten Schritt holen die Unternehmen ihre Börsenpläne aus der Schublade.

Die Emissions-Konjunktur macht derzeit jedoch nur einen kleinen Schritt hin zur Normalität. Schließlich war die vor zwei Jahren noch blühende IPO-Konjunktur seit den Anschlägen vom 11. September nahezu zum Stillstand gekommen. Im Februar 2002 gingen weltweit noch einmal 59 Prozent weniger Unternehmen an die Börse als im bereits schwachen Februar 2001. Nun ist jedoch fast ein Viertel des laufenden Jahres vorüber, auch der in der Vergangenheit stets außergewöhnlich gute Emissions-Monat März.

Wunderdinge lassen sich damit für 2002 nicht mehr erwarten, bestenfalls eine Trendwende. Für die betroffenen Unternehmen gilt: Wer jetzt den Börsengang wagt, der demonstriert Selbstbewusstsein, muss andererseits aber Preisabschläge in Kauf nehmen. Schließlich widerfährt den ersten Kandidaten nach den Erfahrungen der Vergangenheit von Anlegerseite große Skepsis.

Besonders zurückhaltend zeigt sich noch der deutsche Emissionsmarkt im Vergleich zu Großbritannien und vor allem den USA. Während dort bereits über Emissionsvolumen von mehreren Milliarden Dollar oder Pfund nachgedacht wird, handelt es sich bei den beiden deutschen Emissionskandidaten Repower und Uniprof um kleine Fische. Repower wird durch den Börsengang im günstigsten Fall 90 Millionen Euro einnehmen, bei Uniprof sind es sogar nur vier Millionen Euro.

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