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Neue Chemie-Plattform "Chemplorer" im Internet

Das E-Commerce-Venture "Chemplorer" ist am Montag von der EU-Kommission genehmigt worden. Dies teilte die Kommission am Montag in Brüssel mit. Durch das Gemeinschaftsunternehmen würden keine Wettbewerbsprobleme entstehen.

dpa-afx BONN. Mit dem neuen Internet-Marktplatz "Chemplorer" sollen in der Chemiebranche die Weichen für die E-Busines-Zukunft gestellt werden. Der Start des Gemeinschaftsunternehmens von Bayer, Infraserv Höchst (Aventis/Celanese und Clariant) und der Deutschen Telekom wurde am Montag in Bonn eingeläutet. Ziel ist ein elektronisch gestützter Einkauf zu weit günstigeren Kosten. Lieferanten können online ihre Produkt- und Dienstleistungspalette in Form digitaler Kataloge anbieten.

Die Telekom stellt im Rahmen ihrer Internet-Strategie für "Chemplorer" die Informationstechnik und die Netzanbindung bereit. Die EU-Kommission hatte erst am vergangenen Freitag ohne Auflagen ihre endgültige kartellrechtliche Zustimmung für das Joint Venture erteilt.



Finanzielle Einsparungen von bis zu 80 % möglich

Die Internet-Plattform sei auf die Anforderungen der Chemieindustrie zugeschnitten, sagte der Geschäftsführer der Chemplorer GmbH, Christian Rast. Automatisierung und Optimierung der Beschaffungs- und Vertriebsprozesse ermöglichten Einsparungen von bis zu 80 %. Von Beginn an seien für Kunden mehr als 200 000 Artikel verfügbar. Im nächsten Jahr werde das Angebot bereits rund eine Million Artikel umfassen.

Solche Internet-Marktplätze würden den Einkauf in der Branche grundlegend verändern, sagte Rast. Bereits für nächstes Jahr sei ein Transaktionsvolumen von rund einer Milliarde Euro zu erwarten. Rast kündigte die Beteiligung weiterer Gesellschafter an. Dynamit Nobel, Schering und Wella hätten bereits Absichtserklärungen unterzeichnet, mit weiteren Unternehmen werde verhandelt.



Bayer will in Zukunft mehr in E-Commerce investieren

Bayer

und Infraserv Höchst wollen ihren Einkauf künftig weitgehend auf "Chemplorer" stützen. Die Plattform werde in der Chemiebranche zu einem "unverzichtbaren Instrument für effiziente Einkaufsprozesse", betonte Gerhard Römer (Bayer). Der Bayer-Konzern investiere jährlich zur Zeit rund 80 Mill. Euro in den Aufbau von Strukturen für eine konsequente E-Commerce-Strategie. In vier Jahren sollten bereits bis zur Hälfte des Umsatzes per Internet abgewickelt werden.

Die Plattform sei für die Telekom im Bereich der Internet- Kommunikation "der erste große Wurf", sagte Klaus März vom Geschäftsbereich Multimedia des Konzerns. Solche Marktplätze würden in der Geschäftsabwicklung zwischen Unternehmen (B2B) künftig eine bedeutende Rolle spielen. Hier sei "Chemplorer" ein Vorreiter. Weitere Marktplätze würden folgen, darunter in Kürze für das Gesundheitswesen und später auch für die Bau- und Druck-Industrie.

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