Neue Computer-Prozessoren
AMD und Intel gehen in eine neue Runde

Chipgigant Intel hat im erbittert geführten Wettbewerb mit dem Konkurrenten AMD mit einem neuen Geschwindigkeitsrekord vorgelegt. Auf dem Intel Entwicklerforum (IDF) in San Francisco demonstrierte ein Intel-Ingenieur einen Pentium 4 Prozessor, der mit vier Gigahertz getaktet war. Dieser Prototyp lief damit fast doppelt so schnell wie das aktuelle Spitzenmodell von Intel.

HB/dpa SAN FRANCISCO. Der bislang schnellste Pentium 4 mit 2,2 Gigahertz ist in der Lage, mindestens 2,2 Milliarden Rechenzyklen pro Sekunde auszuführen. Die Gesamtgeschwindigkeit eines PCs hängt jedoch nicht allein von der Taktfrequenz des Hauptprozessors ab, sondern wird von mehreren Komponenten bestimmt.

In Tests von Fachzeitschriften liefert sich der Pentium 4 von Intel ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Athlon-Chip von AMD, der mit einer niedrigeren Taktfrequenz vergleichbare Leistungen wie der Intel-Chip erzielte. Experten gehen davon aus, dass Intel in einem Jahr den 4-Gigahertz-Chip auf den Markt bringen wird. In der ersten Jahreshälfte 2003 soll Intels nächste Prozessorgeneration, die unter dem Codenamen "Prescott" entwickelt wurde, fertig sein, sagte Louis Burns, Chef von Intels Desktop-Plattform-Gruppe. Dieser Chip für Desktop-Rechner soll über das so genannte Hyperthreading-Verfahren verfügen, das sich aus der Sicht des Betriebssystems wie zwei getrennte Chips verhält.

Der Chef der Intel Mobile Group, Anand Chandrasekher, kündigte auf dem Forum eine Mobilversion des Pentium 4 an, die nur noch die Hälfte des Strombedarfs des bislang erhältlichen Prozessors haben soll. Der Pentium 4 mobil soll noch im März 2002 auf den Markt kommen.

AMD zeigte am Rande der Intel-Veranstaltung in San Francisco vor Journalisten die ersten 64-Bit-Prozessoren aus der "Hammer"-Serie. Im Gegensatz zu dem Intel-Modell Itanium, von dem bislang nur wenige tausend Stück abgesetzt werden konnten, ist der AMD-Prozessor "Clawhammer" in der Lage, auch 32-Bit-Programme beschleunigt laufen zu lassen. 64-Bit-Systeme ermöglichen eine bessere Verarbeitung großer Datenmengen als 32-Bit-Rechner. Speicherintensive Programme können im Voraus beträchtlich mehr Daten in den Speicher laden, auf die so ein rascherer Zugriff durch den 64-Bit-Prozessor erfolgen kann.

64-Bit- Systeme sollen vor allem für die anspruchsvollen geschäftlichen Anforderungen im Internet-Zeitalter eingesetzt werden, beispielsweise bei der Verarbeitung von großen Mengen von Transaktionsdaten. Außerdem eignen sich 64-Bit-Systeme im Prinzip für die Berechnung komplexer Mathematikaufgaben sowie Hochleistungs-Multimedia- Anwendungen. Aber auch für Anwendungen wie Videobearbeitung auf dem PC würde ein 64-Bit-System einen erheblichen Fortschritt bedeuten. Bislang gibt es aber nur wenige 64-Bit-Programme auf dem Markt.

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