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Neue Daten dokumentieren offenbar schwache US-Konjunktur

Trotz eines unerwartet deutlichen Rückgangs der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe haben die am Donnerstag veröffentlichten US-Konjunkturdaten Analysten zufolge auf eine weiter schwache Konjunktur in den USA gedeutet.

Reuters WASHINGTON. Der Rückgang der Arbeitslosen-Anträge sei zwar eine kleine Überraschung, sagte Kevin Logan, Volkswirt bei Dresdner Kleinwort Wasserstein in New York. Dennoch sei der Vier-Wochen-Durchschnitt höher als im Mai, was weiter auf einen schwächeren Arbeitsmarkt schließen lasse. Als ein Beleg für eine schwächere Weltkonjunktur wurden auch die Daten zum US-Handelsbilanzdefizit gewertet.

Nach Angaben des US-Arbeitsministeriums sind die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der Woche zum 16. Juni auf 400 000 von 434 000 in der Vorwoche gefallen. Der Vier-Wochen-Durchschnitt sank zwar zur Vorwoche leicht auf 422 500 Erstanträge. Im Mai war er zuletzt mit 402 500 Arbeitslosmeldungen aber deutlich niedriger. Analysten sagten, auch die gestiegene Gesamtzahl der Arbeitslosen deute auf eine Verschlechterung am Arbeitsmarkt hin. Nach Angaben des Arbeitsministeriums waren in der Woche bis zum 9. Juni, der letzte Zeitraum für den Daten veröffentlicht wurden, rund 2,99 Mill. Menschen in den USA weiterhin ohne Arbeit nach 2,92 Mill. in der Woche zuvor.

Die schwächere Weltkonjunktur spiegelte sich unterdessen in den Daten zum US-Handelsbilanzdefizit wider. Das Defizit hat sich nach Angaben des Handelsministeriums leicht verringert, wobei sowohl Importe als auch Exporte rückläufig waren. "Es sieht so als als zögen zwei Kräfte das Handelsbilanzdefizit - schwächere Importe und weniger Exportnachfrage", sagte ein Analyst. Das Defizit in der US-Handelsbilanz war im April nach Angaben des Handelsministeriums auf 32,17 Mrd. Dollar von revidiert 33,08 Mrd. Dollar gesunken.

Die Kurse einiger US-Staatsanleihen gaben nach Veröffentlichung der Daten nach. Die Zahlen seien so interpretiert worden, dass sie eine Leitzinssenkung der US-Notenbank Fed um 50 Basispunkte in der kommenden Woche unwahrscheinlicher machten, sagten Analysten. Die Daten sprächen zwar nicht für eine Konjunkturbelebung, die die Fed von einem Zinsschritt abhalten könnte. Aber die Anleger hätten mit schwächeren Konjunkturdaten gerechnet, die ihnen Gewissheit über einen größeren 50-Basispunkte-Zinsschritt verschafft hätten. Die Fed entscheidet am 27. Juni das nächste Mal über die Leitzinsen. Die Notenbank hat bereits fünf Mal in diesem Jahr den Schlüsselzins um insgesamt 2,50 %punkte auf 4,00 % gesenkt, um die erlahmende Konjunktur zu stützen.

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