Neue Dienstleistungen könnten neue Geschäftsfelder eröffnen
Banken konzentrieren sich auf Kostensenkung

Die Bankenbranche setzt auf Outsourcing und Anschauungsunterricht in anderen Branchen, um aus ihrer nachhaltigen Kosten- und Ertragskrise zu finden. Kritiker warnen jedoch, man dürfe bei allen Kostensenkungsbemühungen den Kunden nicht aus den Augen verlieren.

MÜNCHEN. Deutsche-Bank-Vorstand Hermann-Josef Lamberti stellte der Branche inklusive seinem eigenen Institut auf dem Bankenkongress CIBI 2002 in München ein schlechtes Zeugnis aus. "Wir produzieren stellenweise zu teuer und müssen uns mehr an den Ideen anderer Branchen, wie zum Beispiel der Automobilindustrie orientieren." Mit dieser Ansicht steht Lamberti nicht alleine da. Als Hauptursachen für die Probleme der Branche machten auch die Kongressteilnehmer in einer Trendbefragung weniger die aktuelle Marktentwicklung aus. Vielmehr seien es Strategie- und Managementfehler (39%) sowie ungünstige Kostenstrukturen (52%), die die Wurzel des Übels seien.

Um die Probleme zu bewältigen, das wurde auf der CIBI 2002 klar, geht der Trend bei den Kreditinstituten ganz klar in Richtung Outsourcing von Hauptkostentreibern wie der IT, der Wertpapierabwicklung und dem Zahlungsverkehr. Über 91% der Kongressteilnehmer gehen davon aus, dass sich über Outsourcing-Projekte signifikante Kosteneffekte erzielen lassen; 73% meinen sogar, dass der Einspareffekt deutlich größer als 10% sein wird.

Zu hohe Kosten hin, Sparpotenzial her: "Der Kunde steht zu wenig im Mittelpunkt", war von einigen Kongressteilnehmern immer wieder auch Kritik daran zu hören, dass sich die Branche zu sehr auf die Identifizierung von Kostensenkungspotentialen im Back Office versteift. Die Kundenbetreuung bnleibe dabei viel zu sehr auf der Strecke. "Dabei wäre gerade beim Kundenservice sehr viel Potenzial, um die Wertschöpfung zu erhöhen und die Gewinnentwicklung damit positiv zu beeinflussen," glaubt Daniel Diebold, von der Hamburger Sparda-Bank.

Ein anderer Weg aus der Krise könnte aber auch der Einstieg in neue Geschäftsfelder sein. So sieht Reiner Zorbach, Bereichsleiter der Hypovereinsbank, Banken als ideale Partner im Bereich E-Government, beispielsweise als Dienstleister für elektronische Signaturen. Als bereits akzeptierter Intermediär im Zahlungsverkehr und traditioneller Anbieter von Electronic-Banking würden sie bereits eine Reihe von spezifischen Vorteilen bieten: "Banken sind von Gesetzes wegen her verpflichtet, ihre Kunden eindeutig zu identifizieren und unterliegen zudem hohen Auflagen nationaler und internationaler Regulierungsbehörden." Auch die Telekommunikationsindustrie dürfte nach Auffassung von Zorbach gut beraten sein, Kooperationen mit Banken im Bereich des Payment einzugehen, um sich dann gemeinsam das zukunftsweisende Geschäftsfeld des M-Commerce zu erschließen.

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