Neue Displaytechnik vor der Marktreife
Philips plant Taschencomputer mit „elektronischem Papier“

Das „elektronische Papier“ steht kurz vor der Marktreife. Der niederländische Elektronikkonzerns Philips hat jetzt in Eindhoven angekündigt, dass erste Produkte mit der neuen Displaytechnik bereits im zweiten Halbjahr nächsten Jahres auf den Markt kommen sollen

ruk/dpa EINDHOVEN. Das "elektronische Papier" steht kurz vor der Marktreife. Der niederländische Elektronikkonzerns Philips hat jetzt in Eindhoven angekündigt, dass erste Produkte mit der neuen Displaytechnik bereits im zweiten Halbjahr nächsten Jahres auf den Markt kommen sollen - zunächst als kleine Displays für Taschencomputer (PDA) und so genannte E-Books. In seinem "HomeLab" am Stammsitz in Eindhoven zeigte der Konzern erstmals kleine, flexible Plastikfolien, die mit "elektronischer Tinte" arbeiten können.

Das geplante elektronische Papier kann mit digitalen Inhalten nach Belieben immer wieder neu gefüllt werden. Das Material besteht aus einer millimeterdünnen Folie, in deren Mitte sich die so genannte "elektronische Tinte" befindet. Das sind Millionen winzig kleiner, mit schwarzem oder weißem Pigment gefüllte Mikrokapseln.

Mit gezielten Signalen können die schwarzen und weißen Kügelchen so gesteuert werden, dass sich an der Oberfläche ein bestimmtes Bild ergibt oder ein bestimmter Text erscheint.Als mobiler Bildschirm braucht die Erfindung nach Angaben von Philips rund zehn Mal weniger Energie als herkömmliche Displays.

Philips arbeitet bei der Entwicklung des "elektronischen Papiers" mit der Firma E-Ink aus Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts zusammen. Das Unternehmen wurde 1997 von den Forschern Barrett Cominskey und J.D. Albert vom Massachusetts Institut of Technology (MIT) gegründet. Zu den strategischen Partnern des Unternehmens gehören neben Philips auch der Elektronikkonzern Motorola oder das japanische Druck- und Medienunternehmen Toppan sowie der deutsche Langenscheidt Verlag. Philips will die Technologie der MIT-Forscher für verschiedenartige mobile Displays nutzen. So soll das elektronische Papier künftig bei Organizern von Palm den LCD-Bildschirm ersetzen. Kooperationspartner Toppan plant elektronische Comic-Bücher.

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