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Neue Drohung im Athener Geiseldrama

Die Geiselnehmer in Athen haben am Mittwochabend damit gedroht, den entführten Bus am Donnerstagmorgen um sieben Uhr in die Luft zu sprengen, wenn ihre Forderungen nicht erfüllt würden.

dpa ATHEN. Die Geiselnehmer in Athen haben am Mittwochabend damit gedroht, den entführten Bus am Donnerstagmorgen um sieben Uhr in die Luft zu sprengen, wenn ihre Forderungen nicht erfüllt würden. Die beiden bewaffnete Männer hatten am frühen Morgen in der Nähe von Athen einen Linienbus mit mehr als 20 Fahrgästen gekapert.

"Wir werden den Bus morgen früh in die Luft jagen, wenn wir nicht das verlangte Geld bekommen. Bis dahin sollten die Banken geöffnet sein", sagte einer der Kidnapper dem Nachrichtensprecher einer lokalen Fernsehstation. Die Geiselnehmer, nach Polizeiangaben zwei Albaner, forderten griechischen Medienberichten zufolge eine Million Euro Lösegeld sowie freies Geleit zum Flughafen. Von dort wollten sie nach Russland geflogen werden. Andernfalls drohten sie, den Geiseln Gewalt anzutun.

Das Duo hatte den Bus am frühen Morgen im Athener Vorort Geraka auf der Fahrt von Marathon in die Hauptstadt in seine Gewalt gebracht. Dem Busfahrer, dem Schaffner sowie einem Fahrgast gelang dabei die Flucht. Die Entführer ließen bis zum frühen Abend insgesamt 14 Geiseln frei. Sechs Menschen sollen sich noch in der Gewalt der Kidnapper befinden. Hunderte von Polizisten, Scharfschützen und Spezialeinheiten umstellten den Bus und riegelten die Gegend weiträumig ab. Fernsehbilder vom Ort des Dramas zeigten, wie einer der Entführer zwei Warnschüsse aus dem Bus abfeuerte. Verletzt wurde dabei aber niemand.

Ein griechischer Regierungssprecher erklärte, die Behörden täten alles, um die verbliebenen Geiseln unversehrt freizubekommen. Regierungschef Kosta Karamanlis verschob wegen der Entführung seinen Abflug zum EU-Gipfel nach Brüssel.

Nach unbestätigten Berichten sollen die Kidnapper außer Handfeuerwaffen auch Sprengstoff bei sich haben. Einer der Entführer, der seinen Namen als Hassan angab, rief per Handy bei einem örtlichen Rundfunksender an und erklärte in gebrochenem Griechisch: "Wir wollen sofort einen Fahrer. Wir wollen zum Flughafen gebracht werden, sonst werde ich die Fahrgäste verletzen." Eine der Entführten sagte dem staatlichen Fernsehen per Handy, sobald der Fahrer eingetroffen sei, wollten die Geiselnehmer alle Frauen freilassen.

Vor vier Jahren war eine Busentführung in Griechenland unblutig zu Ende gegangen. Ein als psychisch gestört beschriebener Mann hatte damals einen Touristenbus mit 35 Insassen in seine Gewalt gebracht. Nach einer mehrstündigen Irrfahrt hatte sich der Entführer, der zuvor seine Schwiegermutter und einen 43-jährigen Mann erschossen hatte, ergeben.

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