Neue Einstellungen sorgen für Unmut
Microsoft entscheidet für Sie

Jetzt haben Hotmail-Nutzer die Wahl. Sie entscheiden, ob Microsoft ihre Daten weitergibt oder nicht. Das gilt allerdings nur bei Neuanmeldungen. Bei bestehenden Konten hat MSN schon entschieden - für die Weitergabe.

DÜSSELDORF. Wer nach langer Zeit als Hotmail-Kunde zufällig mal wieder in seine persönlichen Konto-Einstellungen schaut, wundert sich: Drei neue Einstellungs-Möglichkeiten sind in den Optionen zum kostenlosen Account hinzugekommen: "Wählen Sie aus, wie viel Ihrer Passport.Net-Informationen Microsoft bei der Anmeldung an Partnersites weitergeben darf", heißt es da.

Und: Die Wahl ist bereits getroffen. Die Wahlmöglichkeiten "E-Mail-Adresse weitergeben", und "Weitergabe folgender Anmeldeinformationen", unter anderem also Geburtsdatum, Geschlecht, Beruf, sind ohne Zutun der Nutzer markiert. Nur "Vor- und Nachnamen weitergeben" ist nicht angekreuzt.

Seit Mai gebe es diese Einstellung schon, erklärte Bernhard Grander, Pressesprecher von MSN-Deutschland, gegenüber WirtschaftsWoche heute. Dass die Aufregung unter den Hotmail-Kunden zum Teil erst jetzt aufkommt oder noch immer groß ist, mag damit zusammen hängen, dass sie die Veränderung erst bemerken, wenn sie in ihre persönlichen Einstellungen schauen. Eine offizielle Mitteilung von Hotmail gab es nicht.

Das war auch nicht notwendig, meint Bernhard Grander. "Wir haben ja keine Änderung vorgenommen". Der Hintergrund: Seit 1999 Passport in Hotmail integriert wurde, ist die Datenverwendung in den Nutzungsbedingungen geregelt. Wer sich bei Hotmail anmeldete, stimmte also auch zu, dass seine Daten an Partnerseiten weitergegeben werden.

Die Frage, ob die bisherigen Hotmail-Kunden mit der Weitergabe ihrer Daten einverstanden waren, stellte sich folglich nicht: Bei ihren Konten wurden die Felder automatisch markiert. "Sie haben ja den Nutzungsbedingungen zugestimmt", begründet Grander.

Ändern konnten Nutzer die Einstellungen auch bisher schon - allerdings nicht direkt bei Hotmail, sondern nur über die Passport-Seiten. "Wir müssen uns den Vorwurf gefallen lassen, dass das bisher nicht allzu offensichtlich und anwenderfreundlich war", gibt der MSN-Sprecher denn auch zu.

Mit der neuen Regelung sorge man für mehr Transparenz, findet Grander. "Wir haben nichts gemacht, was einen Nachteil darstellt, sondern etwas sichtbar gemacht, was bisher versteckt war." Außerdem gehe es hier keinesfalls um Adressenverkauf, sondern nur um Datenweitergabe an Partnerseiten, betont er.

Für Neukunden ist das sicher ein Gewinn. Bei Ihnen gibt es, anders als bisher, nicht die Voreinstellung, dass Ihre Daten weitergeben werden. Sie müssen aktiv mit Anklicken ihre Zustimmung bekunden. Und alteingesessene Hotmail-Nutzer haben immer noch die Möglichkeit, die voreingestellten Häkchen wieder zu löschen.

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