Neue Erkenntnisse der Augsburger Staatsanwaltschaft
CDU-Spendenmillion soll aus Fonds von Thyssen stammen

ap HAMBURG. Die berühmt gewordene Spendenmillion, die der Waffenhändler Karlheinz Schreiber dem Ex-CDU-Schatzmeister Walter Leisler Kiep 1991 auf einem Schweizer Parkplatz bar übergab, soll aus einem Fonds mit Bestechungsgeld stammen. Das haben Ermittlungen der Augsburger Staatsanwaltschaft ergeben, wie die Hamburger Wochenzeitung "Die Zeit" am Mittwoch vorab berichtete. Danach kommt das Geld von einem Konto beim Schweizerischen Bankverein, das ausschließlich aus Bestechungsgeldern des Thyssen-Konzerns im Zusammenhang mit der Genehmigung eines Exports von deutschen Spürpanzern nach Saudi-Arabien Anfang der neunziger Jahre gespeist wurde.

Damit sei erstmals der Zusammenhang zwischen dem Schmiergeld-Zyklus der Firma Thyssen und der Schwarzgeldreserve der CDU belegt, heißt es in dem Bericht. Diesen Zusammenhang hatte die CDU bisher abgestritten. Über dasselbe Konto seien auch jene 3,8 Mill. DM Bestechungsgeld verbucht und abgewickelt worden, die die Augsburger Staatsanwaltschaft dem damaligen Staatssekretär Holger Pfahls (CSU) zuschreibt, der mit Haftbefehl gesucht wird. Pfahls, der für die Abwicklung des Exports im Verteidigungministerium zuständig war, steht im Verdacht, den umstrittenen Export befördert und dafür das Schmiergeld angenommen zu haben.



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