Neue Erkenntnisse über Arteriosklerose
Infektionen verursachen Herzinfarkt

Entzündungsprozesse spielen bei der Entstehung von Herzinfarkt oder Schlaganfall die entscheidende Rolle, schreibt der Kardiologe Peter Libby in der Juli-Ausgabe von Spektrum der Wissenschaft.

hsn DÜSSELDORF. Nur etwa 15 % aller Herzattacken gehen nach den Erkenntnissen des amerikanischen Arztes auf das Konto von fettbeladenen Ablagerungen an der Gefäßwand, einer Plaque, die allein durch ihre Größe die Blutzufuhr abschneidet. Viel häufiger lösen Abwehrzellen Entzündungsreaktionen in den Ablagerungen aus. Diese brechen dann plötzlich auf, und über der Bruchstelle entsteht ein Blutgerinnsel, welches die Ader verschließt. Das erkläre beispielsweise, warum für viele der Herzinfarkt so überraschend kommt. Aus dem gewandelten Verständnis ergäben sich neue Ideen für eine Früherkennung und Therapie der Krankheit.

Fast jeder Zweite stirbt in Deutschland an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Die oft unerkannte Vorstufe dazu ist die Gefäßverkalkung, die Arteriosklerose. Lange gingen die Ärzte davon aus, dass sich bei ihr die Blutgefäße durch Fettablagerungen allmählich immer mehr zusetzen, bis sie letztendlich verstopfen und so einen Herzinfarkt oder Schlaganfall auslösen.

Nach neuesten Erkenntnisse der Forscher sind aber labile kleinere Fettablagerungen, die leicht aufbrechen, viel gefährlicher. Daher schützte auch die Aufweitung verengter Gefäße häufig nicht vor einem späteren Herzinfarkt, so Herzforscher Libby. Derzeit suchen die Mediziner nach Wegen, in das Entzündungsgeschehen einzugreifen. Zur Früherkennung könnte es laut Libby außerdem sinnvoll sein, die Diagnose von bestimmten Entzündungsfaktoren einzubeziehen. Auch neue Methoden zum Aufspüren labiler Plaques wären nützlich.

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