Neue Ertragsziele
Siemens profitiert von Handyboom

Die Siemens AG hat im Gesamtgeschäftsjahr 1999/2000 ihr Ergebnis je Aktie um 93 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 5,07 Euro gesteigert.

Reuters/dpa MÜNCHEN. Siemens -Chef Heinrich von Pierer hat bekräftigt, dass sich der Konzern komplett von seinen Anteilen an dem Chiphersteller Infineon trennen will.

In welchen Schritten die Beteiligung reduziert werde, werde flexibel entschieden, sagte Pierer am Donnerstag auf der Bilanz-Pressekonferenz in München.(Hier können Sie Ausschnitte der Pressekonferenz nachverfolgen)

Die Loslösung solle möglichst schonend für die Aktienmärkte erfolgen. Derzeit hält der Konzern noch 71 % an dem Halbleiter-Spezialisten.

Angesichts des bevorstehenden Rückzugs will Siemens sein operatives Geschäft künftig ohne Infineon ausweisen und die Tochter getrennt darstellen.

Infineon trug im Geschäftsjahr 1999/2000 (30. September) knapp 1,7 Mrd. Euro zum Konzernergebnis vor Steuern und Zinsen bei, das insgesamt knapp 5,2 Mrd. Euro betrug.



Aktiensplitt oder Tausch der Aktien in Infineon-Anteile

Die Siemens AG will ihren Aktionären als Alternative zum Aktiensplitt einen Tausch ihrer Aktien in Infineon-Anteile aus Siemens-Besitz anbieten. Der Kurs der Siemens-Aktie habe sich im letzten Jahr in etwa verdoppelt, sagte Siemens-Chef Heinrich von Pierer am Donnerstag in München. Damit sei der Titel "sehr schwer" geworden, insbesondere mit Blick auf den US-Börsengang im kommenden März.

Beim Aktiensplitt erhalte der Anleger für jeweils zwei alte Aktien ein neues zusätzliches Papier, wodurch der Kurs etwa bei zwei Dritteln des alten Kurses notieren werde. Für die Ausgabe der neuen Aktien sollen laut Pierer Kapitalrücklagen in Grundkapital umgewandelt werden, wodurch die absolute Höhe des Eigenkapitals gleich bleibe.

Der Aktiensplitt lasse das übergeordnete Ziel das Eigenkapital zu verringern und somit die Rendite zu erhöhen unberührt. Die Rückkäufe des vergangenen Geschäftsjahres seien nur ein erster Schritt. Mit Genehmigung der Hauptversammlung wolle die Gesellschaft weitere Aktien erwerben und einziehen.

So reagiert die Börse auf die Pläne von Siemens

Die Alternative zum Aktiensplitt soll auf der Hauptversammlung den Siemens-Aktionären ein Tausch ihrer Aktien in Infineon-Anteile aus Siemens-Besitz angeboten werden. "Damit können wir neben der Reduzierung des Eigenkapitals ein zweites strategisches Ziel verfolgen, nämlich die Verringerung unseres Infineon-Anteils", sagte Heinrich von Pierer. Ferner solle ein attraktives Optionsmodell aufgelegt werden. "Vor allem der hochkompetitive Arbeitsmarkt in den USA verlangt dies", sagte Pierer. Der Empfängerkreis solle sich von bisher 1 500 auf rund 4 000-5 000 Mitarbeiter erhöhen und wesentlich internationaler werden.



Rekordabsatz bei Mobiltelefonen

Der Münchener Siemens-Konzern hat im November nach eigenen Angaben vier Millionen Mobiltelefone verkauft und damit einen Rekordabsatz erzielt.

Dieses Ergebnis sei trotz der Engpässe bei der Zulieferung mit Komponenten erreicht worden, sagte Siemens-Chef Heinrich von Pierer.

Mittelfristig wolle Siemens die Ebit-Marge in der Mobilfunksparte ICM auf acht bis elf Prozent von 7,8 % im abgelaufenen Geschäftsjahr 1999/2000 steigern. Für den Bereich Information and Communication Networks (ICN) plant der Konzern mittelfristig eine Ebit-Marge von sieben bis zehn Prozent nach 5,1 % in 1999/2000.



Neue Ertragsziele

Die Siemens AG hat sich für die nächsten Jahre neue Ertragsziele gesetzt. Die Marge im operativen Geschäft, das Verhältnis des Gewinns vor Steuern und Zinsen (Ebit) zum Umsatz, solle jährlich "im Trend in einer Größenordnung von 20 %" wachsen, teilte der Münchener Technologiekonzern weiterhin mit.

Für das laufende Geschäftsjahr 2000/01 (zum 30. September) habe sich Siemens eine Steigerung von Umsatz und Auftragseingang im zweistelligen Prozentbereich vorgenommen, hieß es weiter. Der Ergebnisanstieg solle im Vergleich dazu deutlich stärker ausfallen.



Erstmals Bilanzierung nach US-GAAP

Für das abgelaufene Geschäftsjahr 1999/2000 legte Siemens erstmals Geschäftszahlen nach US-Bilanzierungsvorschriften (US- GAAP) vor. Der Gesamtgewinn, einschließlich des Erlöses aus dem Börsengang der Tochter Infineon, fiel dabei mit 8,9 Mrd. Euro um 1,3 Mrd. Euro höher aus als nach dem deutschen Handelsgesetzbuch (HGB).

Siemens bestätigte damit die bereits Anfang November veröffentlichten vorläufigen Zahlen. Nach außerordentlichen Erlösen und Sondereffekten war das US-GAAP-Ergebnis mit 2,639 Mrd. Euro allerdings niedriger als der vergleichbare Wert von 3,029 Mrd. Euro nach HGB. Siemens will 2001 an die New Yorker Börse gehen.

Die im Siemens-Konzern geltende Erfolgskennzahl, der Geschäftswertbeitrag (GWB), war den Angaben zufolge mit 859 Mill. Euro im vergangenen Geschäftsjahr erstmals positiv, ein Jahr früher als erwartet. Im Vergleich zum Vorjahr verbesserte sich der GWB um 1,5 Mrd. Euro. Die Kennzahl misst, ob das Unternehmen seine Kapitalkosten verdient hat.



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