Neue EU-Richtlinie tritt 2005 in Kraft
AWD bereitet sich auf weitere Übernahmen vor

Die Branche der Finanzdienstleister in Deutschland steht nach Einschätzung des AWD vor einer erheblichen Konsolidierung. Die Nummer zwei der Branche bereitet sich deshalb nach den Worten seines Vorstandschefs Carsten Maschmeyer auf weitere Übernahmen vor.

Reuters HANNOVER. Viele kleine Anbieter würden die ab 2005 geltenden neuen EU-Richtlinien nicht erfüllen können, sagte Maschmeyer am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Hannover. Sie müssten bei Anbietern von Versicherungen und anderen Finanzdienstleistungen oder bei unabhängigen Firmen wie AWD unterschlüpfen. "Wir werden bei dieser Konsolidierung eine sehr aktive Rolle einnehmen."

Neuer EU-Richtlinie dürfte kleine Unternehmen viel Geld kosten

Aus Sicht von Maschmeyer ist der Trend in der Finanzbranche eindeutig: "Hin zur Größe." Die EU-Richtlinien sehen höhere Anforderungen bei Eigenkapital, Beraterqualität und Administration vor. "Viele kleine Unternehmen aus der Branche werden das nicht leisten können", sagte Maschmeyer.

Allerdings rechnet der AWD-Chef 2003 kaum mehr mit einer Übernahme. AWD wolle sich nach mehreren Zukäufen 2003 auf sein Kerngeschäft konzentrieren, sagte Maschmeyer. Der hannoversche Finanzdienstleister hat unter anderem das deutsche Unternehmen Tecis sowie in Großbritannien Carrington Carr übernommen.

AWD sehe sich vor der Hintergrund der zu erwartenden Entwicklungen in einer guten Position. Versuche großer Banken und Versicherungen, eine über die eigenen Produkte hinaus gehende unabhängige Finanzberatung zu installieren, seien regelmäßig gescheitert. Gerade in Zeiten der Krise hätten viele Menschen einen erhöhten Bedarf an unabhängiger Vorsorgeberatung, sagte Maschmeyer. AWD ist in einem Dutzend europäischer Länder präsent und sieht sich mit rund eine Million Stammkunden als größter unabhängiger Finanzdienstleister Europas.

Zum laufenden Geschäftsjahr machte der AWD-Chef vor den Aktionären nach den vorige Woche vorgelegten Zahlen für das erste Quartal keine neuen Angaben. AWD gehöre zu den wenigen Unternehmen in Deutschland mit einer klaren Wachstumsprognose für 2003 und könne diese ausdrücklich bestätigen.

Im ersten Quartal hatte AWD bei Umsatz und Ertrag deutlich stärker als erwartet zugelegt. Dank vieler Neukunden und zusätzlichem Geschäft in der privaten wie betrieblichen Altersvorsorge war der Umsatz um 26 Prozent auf 133,7 Millionen Euro und das Ergebnis vor Zinsen und Steuern um gut 48 Prozent auf 12,6 Millionen Euro gestiegen. Für das Gesamtjahr rechnet AWD mit einem Umsatzwachstum von 15 bis 20 Prozent sowie einem ähnlich starken Ergebniswachstum, so dass sich unter dem Strich der Reingewinn auf bis zu 32 Millionen Euro nahezu verdoppeln soll.

Der Kurs der im MDax notierten AWD-Aktie, der binnen einer Woche um rund 25 Prozent zugelegt hatte, gab am Mittwochvormittag um 4,8 Prozent auf 16,13 Euro nach.

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