Neue Fälle in Hessen und Schleswig-Holstein
BSE-Test am lebenden Tier entwickelt

Die Meldungen über neue BSE-Fälle in Deutschland reißen nicht ab. Mit zwei weiteren Fällen in Hessen und Schleswig-Holstein erhöht sich die Anzahl der bestätigten Erkrankungen auf 55.

dpa/ap LINZ/WIESBADEN/KIEL. Wissenschaftler der österreichischen Kepler-Universität in Linz haben nach eigenen Angaben einen Test zum Nachweis der Rinderwahnsinns BSE bei lebenden Tieren entwickelt. In Minutenschnelle sei es damit möglich, ein zuverlässiges Bild über Erreger und Schadstoffe im Blut der Tiere zu erhalten, berichtete der Leiter des Institutes für Biophysik, Hans-Georg Schindler, am Freitag in der oberösterreichischen Hauptstadt. Mit Hilfe von Spezialgeräten könnten kleinste Moleküle im Blut sichtbar gemacht werden. Nach der technischen Umsetzung und der internationalen Überprüfung könne der neue BSE-Test in bis zu zwei Jahren marktreif sein.

Auch Wissenschaftler der Universität Göttingen und die Boehringer-Ingelheim-Tochter Vetmedica arbeiten derzeit an einem BSE-Test für lebende Rinder.

Erster hessischer Fall von Rinderwahnsinn

Unterdessen meldete das Wiesbadener Gesundheitsministerium am Freitag den ersten hessischen Fall von Rinderwahnsinn. Außerdem bestätigte die Tübinger Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten der Tiere den insgesamt sechsten BSE-Fall in Schleswig-Holstein. Dies teilte das Kieler Landwirtschaftsministerium mit. Damit gibt es in Deutschland nun 55 bestätigte BSE-Erkrankungen. Am stärksten ist Bayern von der Seuche betroffen.

In Hessen wurde der Rinderwahnsinn bei einer 69 Monate alten Schlachtkuh bestätigt. Das Fleisch des Tieres war am Dienstag beim routinemäßigen Schnelltest nach der Schlachtung aufgefallen. Daraufhin war der betroffene Hof gesperrt worden. Wo er liegt, hält das Ministerium geheim. Die übrigen Tiere des Hofes würden getötet.

In Schleswig-Holstein sechster bestätigter BSE-Fall

Schleswig-Holstein hat seinen sechsten bestätigten BSE-Fall. Der betroffene Hof mit rund 200 Rindern liegt im Kreis Schleswig-Flensburg, wie das Kieler Landwirtschaftsministerium am Freitag mitteilte. Das Tübinger Referenzzentrum bestätigte den BSE-Verdacht, der sich bei einer verendeten Kuh ergeben hatte. Sie war Mitte des Monats in die Tierkörperbeseitigungsanstalt in Jagl geliefert worden.Dort wurde den Angaben zufolge ein Schnelltest veranlasst, der positiv ausfiel. Zurzeit verhandele der zuständige Kreisveterinär mit dem Bauern über die Keulung der Herde, sagte der Sprecher. Der Hof sei für den Fleisch- und Tierhandel gesperrt. Bundesweit ist es der 55. Fall einer BSE-Erkrankung.

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