Neue Flugzeuge: Tui-Billigflieger expandiert schneller als geplant

Neue Flugzeuge
Tui-Billigflieger expandiert schneller als geplant

Der Touristikkonzern Tui expandiert mit seiner Billigfluglinie Hapag Express-Lloyd (HLX) schneller als geplant. Überraschend hoch ist der Anteil an Geschäftsreisenden. Für die Expansion im Ausland erwägt HLX den Zukauf eines anderen Low-Cost-Carriers.

Reuters HANNOVER. Der Aufbau der bei Branchenexperten wie auch Tui-intern anfangs umstrittenen neuen Tochter Hapag Express-Lloyd laufe besser, als es der Geschäftsplan für das erste Jahr vorsieht, sagte Geschäftsführer Wolfgang Kurth am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Im Herbst werde über eine dritte Start- und Landebasis entweder in Deutschland oder im Ausland entschieden, fügte er hinzu. Für die Expansion im Ausland prüft HLX die Übernahme einer anderen Low-Cost-Airline. "Eine Übernahme ist eine Option", sagte Kurth. "Wir haben derzeit keinen konkreten Übernahmeplan. Aber in ein bis zwei Jahren dürfte dazu eine Entscheidung fallen." Im Inland werde die im Dezember gestartete Airline aus eigener Kraft weiter wachsen.

HLX kündigte an, von April an seine Flugzeugflotte von vier auf zehn Flugzeuge aufzustocken und damit um zwei Maschinen mehr als zunächst vorgesehen. Die beiden zusätzlichen Flugzeuge starten von Hannover aus, der zweiten Flugbasis von HLX nach Köln-Bonn. Künftig fliegen damit von Köln-Bonn sieben Maschinen, von Hannover aus drei. Mit acht neuen Strecken, die ab 1. März buchbar seien, erweitere sich das HLX-Angebot auf 17 Ziele in Deutschland, Großbritannien, Italien, Frankreich und Spanien. Denkbare Zielregionen seien auch Osteuropa und Skandinavien.

"Wir haben nach nicht einmal zwei Monaten bereits fast ein Drittel des für 2003 geplanten Passagieraufkommens von 1,5 Millionen Buchungen erreicht", sagte Kurth. Bereits drei Monate nach dem Start habe HLX bei den Durchschnittspreisen der Buchungen eines Tages die Planzahlen für das erste Jahr übertroffen. Anders als in der Touristik verzeichne HLX keinen Rückgang der Buchungseingänge durch Konsumflaute und Irak-Konflikt, sagte Kurth. Der Markt für Billigflüge bleibe in Europa noch mindestens drei Jahre ein Wachstumsmarkt. Schärfste Konkurrenten sind die irische Ryanair sowie die Lufthansa-Beteiligung Germanwings, die ebenfalls ab April ihre Flotte auf neun Flugzeuge erhöht.

"Besonders überrascht sind wir mit dem hohen Anteil an Geschäftsreisenden", sagte Kurth. Eine Befragung von HLX-Passagieren habe einen Anteil von 38 Prozent ergeben. "Mehr als die Hälfte davon ist vorher mit den klassischen Airlines geflogen, wie etwa der Lufthansa", sagte Kurth. HLX werde mit zusätzlichen Hotelangeboten des Tui-Konzerns auch verstärkt um Urlauber und Kurzzeitreisende werben. Aber gerade bei Geschäftskunden erwarte er nach den ersten Erfahrungen weitere Zuwächse. "Für Manager zählen heute Sicherheit, Pünktlichkeit und ein guter Preis. Alle anderen Dinge spielen keine große Rolle", sagte Kurth. Es gebe eine große Nachfrage von Firmen nach Rahmenverträgen mit Sonderkonditionen. "Wir prüfen derzeit innovative Modelle für solche Rahmenverträge."

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