„Neue Form des Sterns auf der Brust“
Koch provoziert Eklat im hessischen Landtag

Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) hat im Zusammenhang mit der Debatte um die Vermögenssteuer den Umgang mit Reichen in Deutschland mit der Behandlung von Juden im Dritten Reich verglichen.

Reuters FRANKFURT. In der Debatte um die Einführung einer Vermögenssteuer seien die Reichen zu Menschen "mit so einer neuen Form von Stern an der Brust" gemacht worden, sagte Koch am Donnerstag hörbar erregt in einer aktuellen Stunde des hessischen Landtages zur Vermögenssteuer. Es sei eine "schlimme Parallele zu anderen Zeiten", wenn Reiche als Schmarotzer der Gesellschaft stigmatisiert würden. Nach Kochs Äußerung brachen im Landtag Tumulte aus. Die Sitzung wurde daraufhin unterbrochen.

Kochs richtete sich mit seiner Bemerkung gegen Äußerungen des Verdi-Vorsitzenden Frank Bsirske, der im Fernsehen die Namen reicher Bürger genannt hatte, die von einer Vermögenssteuer betroffen wären. "Hören Sie auf damit, Menschen vorgaukeln zu wollen, das betrifft nur ein paar Reiche. So wie Herr Bsirske es im Fernsehen gemacht hat: Dass er anfängt, von Menschen die Namen zu nennen mit so einer neuen Form von Stern an der Brust", sagte Koch wörtlich.

Koch hatte bereits 1999 für Aufruhr gesorgt, als er die hessische Landtagswahl mit einer Unterschriftenkampagne gegen die doppelte Staatsbürgerschaft gewann. Opposition und Verbände warfen ihm damals vor, er habe sich seine Mehrheit mit dem Mittel der Fremdenfeindlichkeit besorgt.

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