Neue Fusionsphantasien beflügeln Kurs
Musikkonzern EMI will mit Umbau die Wende schaffen

Der britische Musikkonzern EMI Group Plc will mit einem radikalen Sparprogramm sowie durch massiven Stellenabbau aus der Krise kommen.

and LONDON. Der drittgrößte Plattenkonzern der Welt wird sich von zahlreichen Beteiligungen trennen. Analysten erwarten dadurch den Abbau von rund 10 Prozent der insgesamt 9 000 Arbeitsplätze. Der neue Chef der Musiksparte, Alain Levy, will die Details der Umstrukturierung am Mittwoch bekannt geben. Wieder belebt wurden in London auch Übernahmespekulationen für den nach zwei Gewinnwarnungen finanziell angeschlagenen Konzern. Darauf reagierte die Börse zum Wochenausklang positiv. Der Kurs legte kräftig auf 355 Pence zu.

Vor kurzem hatte der Konzern bereits angekündigt, eine CD-Fabrik nahe der britischen Universitätsstadt Oxford zu schließen. Allein dadurch fallen 192 Arbeitsplätze weg. Die Herstellung soll in eine niederländische Produktionsstätte verlagert werden. Überlegt wird im Vorstand auch, sich von dem Anteil an der Ladenkette HMV Media zu trennen. Außerdem erwarten Analysten, dass der Konzern seine Dividende um bis zur Hälfte kürzen wird. Im vergangenen Jahr hatte EMI eine Dividende von 16 Pence gezahlt. EMI selber wollte keine Angaben machen.

Plattenriese plant radikales Sparprogramm

"Mal abgesehen von der Dividende, sind das alles gute Nachrichten für den Wert", so der Kommentar eines Analysten in London. Mit dem Umbau und Verkäufen könnten die Kosten jährlich um rund 65 Mill. £ gesenkt werden. Einige Analysten bezweifeln jedoch, ob die Sparmaßnahmen ausreichen, um gegen Überangebot sowie gegen Musik-Piraterie zu bestehen.

Der Londoner Musikriese, der die Musik von den Rolling Stones, den Beatles oder Robbie Williams verlegt, hat wegen Problemen am US-Markt einen Umsatzeinbruch erlebt. Zudem waren zwei Fusionsversuche gescheitert, unter anderem mit der deutschen Bertelsmann Music Group (BMG).

Durch die Marktschwäche können aber die Chancen für einen Zusammenschluss wieder steigen, da die Behörden ihre harte Stellung überdenken dürften. "Wir glauben, Bertelsmann wird mit EMI oder Zomba ein weiteres Musikgeschäft kaufen", so Schroder Salomon Smith Barney in einer aktuellen Studie. Die Bank stufte das EMI-Kursziel von 300 auf 400 Pence hoch und empfiehlt die Aktie zum Kauf.

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