Neue Gefangene aus Afghanistan erwartet: Guantanamo zur Aufnahme neuer Häftlinge bereit

Neue Gefangene aus Afghanistan erwartet
Guantanamo zur Aufnahme neuer Häftlinge bereit

Die US-Streitkräfte haben den Bau weiterer Zellen für gefangene Taliban- und El-Kaida-Kämpfer auf dem Stützpunkt Guantanamo vorerst abgeschlossen.

ap GUANTANAMO. Das Lager sei nun für die Aufnahme neuer Gefangener bereit, erklärte Brigadegeneral Mike Lehnert. Am späten Mittwochabend startete in Kandahar eine US-Maschine mit etwa 30 internierten Kämpfern an Bord. Es war der erste derartige Flug seit mehr als zwei Wochen.

Die Belegung von Camp X-Ray könne jetzt verdoppelt werden, erklärte Lehnert. Gegenwärtig befinden sich dort 158 Gefangene, die nach US-Angaben aus 25 Staaten kommen. In den vergangenen Tagen wurden zusätzliche Soldaten zum Ausbau des Lagers nach Guantanamo gebracht. Weitere 160 provisorische Zellen stünden nun zur Aufnahme neuer Gefangener bereit, hieß es am Mittwoch. Aus dem Pentagon verlautete, in den nächsten 10 bis 14 Tagen sollten insgesamt fünf Flugzeuge mit Gefangenen aus Afghanistan in Guantanamo eintreffen. Die ersten Gefangenen trafen am 11. Januar auf dem US-Stützpunkt in Kuba ein. Die Haftbedingungen und die Weigerung der USA, den Festgenommenen den Status von Kriegsgefangenen nach der Genfer Konvention zuzubilligen, haben im Ausland heftige Kritik ausgelöst. US-Präsident George W. Bush hat die Inhaftierten des öfteren als "unrechtmäßige Kämpfer" (unlawful combatants) bezeichnet. Nach Angaben der US-Regierung werden die Gefangenen menschlich behandelt.

Brigadegeneral Lehnert erklärte, die Armee habe den US-Kongress in der vergangenen Woche um die Bewilligung der Mittel zum Bau eines Gefängnisses in Guantanamo gebeten. Die ersten 408 Zellen der Haftanstalt könnten binnen 55 Tagen entstehen. Letztlich könne das Gefängnis 2 000 Häftlinge aufnehmen. Beobachter haben bereits die Vermutung geäußert, dass die USA den Stützpunkt Guantanamo unabhängig von ihrem Vorgehen in Afghanistan zum Internierungslager für mutmaßliche Terroristen ausbauen wollten.

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