Neue Gefechte bei Tetovo
Anschlag auf Albaner erschüttert Waffenruhe in Mazedonien

Die Ermordung eines führenden albanischen Aktivisten und Gefechte zwischen Polizei und Separatisten haben die zerbrechliche Waffenruhe in Mazedonien erschüttert.

ap SKOPJE. Nahe Tetovo lieferten sich Sicherheitskräfte und Rebellen am Mittwoch einen einstündigen Schusswechsel, bei Struga im Südwesten des Landes wurde am Vorabend der albanische Kämpfer Naser Hani aus einem Lieferwagen heraus erschossen.

Ein Sprecher der Demokratischen Partei der Albaner (DPA) erklärte, Hanis Tod sei ein weiteres Anzeichen für die "unsichere und chaotische" Lage. Es kämen mehrere Möglichkeiten in Betracht, wer Urheber des Anschlags sei, sagte der Sprecher.

Friedensgespräche am Donnerstag geplant

Trotz des tödlichen Angriffs und der Schüsse bei Tetovo sollen am Donnerstag die Gespräche zur Beilegung der Krise zwischen Vertretern der slawischen und albanischen Bevölkerung wie geplant stattfinden. Bei dem Treffen am Ohrid-See, nur wenige Kilometer vom Ort des Anschlags auf Hani entfernt, sollen die Politiker Einzelheiten eines von Staatspräsident Boris Trajkovski vorgeschlagenen Friedensplans ausarbeiten. Zuvor ist ein Treffen mit NATO-Generalsekretär George Robertson geplant.

Die mazedonische Regierung hatte Trajkovski am Dienstag Unterstützung für seinen Friedensplan zugesichert, albanische Politiker haben allerdings Vorbehalte geäußert. Der Plan sieht sowohl militärische als auch politische Bemühungen um die Beendigung der Kämpfe, die Entwaffnung der Rebellen, Beseitigung der Kriegsschäden und Verhandlungen mit den Albanern über eine dauerhafte Lösung der Krise vor.

Schröder besorgt über Lage in Mazedonien

(Brüssel) Bundeskanzler Gerhard Schröder zeigte sich besorgt über die Lage in Mazedonien. Zu möglichen weiteren Maßnahmen der NATO im Krisengebiet wollte er sich nicht äußern, betonte aber: "Militärisch lässt sich die Krise in Mazedonien nicht lösen." EU und NATO müssten sich auf den Dialog zwischen den Volksgruppen konzentrieren, sagte Schröder vor dem informellen NATO-Gipfel in Brüssel. Der französische Staatspräsident Jacques Chirac sagte: "Wir müssen klar machen, dass wir keinen neuen Ausbruch von Gewalt und Intoleranz akzeptieren." Der deutsche Botschafter in Mazedonien, Bernhardt Burkart, übergab der mazedonischen Armee am Mittwoch 20 Lastwagen und medizinische Ausrüstung. Dies demonstriere die Freundschaft mit den Verantwortlichen in Skopje, sagte er.

Das Haager UN-Tribunal, das Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien verfolgt, warnte unterdessen die Kampfparteien in Mazedonien, dass ihre Taten genau beobachtet würden. Wer Kriegsverbrechen begehe, müsse sich vor dem Tribunal verantworten, erklärte Sprecherin Florence Hartmann.

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