Neue Gerüchte beflügeln MobilCom-Aktie
Hutchison Whampoa: Kein Interesse an Mobilcom

Der Hongkonger Mischkonzern Hutchison Whampoa hat Medienberichte dementiert, nach denen er eine Beteiligung am Not leidenden Mobilfunkanbieter Mobilcom anstrebt.

Reuters HONGKONG. Der Hongkonger Mischkonzern Hutchison Whampoa will nach eigenen Angaben nicht beim Mobilfunkunternehmen Mobilcom einsteigen. "Wir bekräftigen, dass wir kein Interesse an Mobilcom haben", sagte Hutchison-Sprecherin Nora Yong. Zuvor hatte die "Financial Times Deutschland" berichtet, der Hutchison-Großaktionär Li Ka Shing erwäge einen Einstieg bei Mobilcom.

Diese Spekulationen hatten der Aktie der finanziell angeschlagenen Mobilcom AG am Montagmorgen gegen den Markttrend zu einem Kurssprung verholfen. Nach einem zwischenzeitlichen Zugewinn von elf Prozent büßte das am Neuen Markt notierte Papier aber wieder etwas ein und lag am Mittag 4,65 % im Plus bei 2,25 ?.

Als Grund für den Kursausschlag nannten Börsianer einen Bericht der "Financial Times Deutschland" vom Montag unter Berufung auf Unternehmenskreise, wonach es erste Kontakte zwischen Hutchison Whampoa und Mobilcom geben soll. Mobilcom-Chef Thorsten Grenz zitierte die FTD mit den Worten, Hutchison gehöre sicher zu den Unternehmen, die die Entwicklung von Mobilcom genau beobachteten. Vorrang vor Gesprächen mit einem möglichen Partner habe zunächst aber die eigene Sanierung. Ein Mobilcom-Sprecher wollte den Bericht nicht kommentieren.

Hutchison Whampoa wäre finanzkräftiger Partner

Hutchison Whampoa unter Führung des Hongkonger Milliardärs Li Ka-Shin ist in den vergangenen Monaten wiederholt als möglicher Partner von Mobilcom genannt worden. Der Konzern war bei der Versteigerung der UMTS-Lizenzen in Deutschland vor zwei Jahren als Partner von E-Plus aufgetreten. Danach hatte sich Hutchison Whampoa aber zurückgezogen und dies mit den hohen Lizenzkosten begründet. Damals hatten insgesamt sechs Konsortien und Einzelunternehmen für die UMTS-Lizenzen 51 Mrd. ? bezahlt. Der inzwischen stark angeschlagene Mobilfunkanbieter Mobilcom hatte mit Hilfe seines Großaktionärs France Telecom 8,4 Mrd. ? für seine Lizenz gezahlt.

Im Juni hatte Hutchison Whampoa erneut Interesse an einem Einstieg in den deutschen Mobilfunkmarkt erkennen lassen. Der Konzern gilt wegen seiner Finanzkraft als einziger ernster neuer Wettbewerber im europäischen Mobilfunkmarkt.

Positive Reaktionen von Analysten

Am Montag befragte Analysten bezeichneten einen Einstieg von Hutchison Whampoa bei Mobilcom als sinnvolle Möglichkeit. "Das macht am meisten Sinn", sagte Joachim Koller vom Bankhaus Merck Finck. Für Hutchison böte eine entschuldete Mobilcom die Chance für einen preiswerten Einstieg ins deutsche UMTS-Geschäft. "Es wäre erstaunlich, wenn sie sich diese Gelegenheit entgehen ließen", sagte Koller.

Mobilcom wird nach dem Rückzug ihres früheren Partners France Telecom derzeit durch staatliche Finanzhilfen vor der Zahlungsunfähigkeit bewahrt. Am Freitag hatte Vorstandschef Grenz im Rahmen der Sanierung von Mobilcom den Abbau von fast jeder zweiten der insgesamt 4200 Vollzeitstellen im Konzern sowie den Stopp der Investitionen in den UMTS-Aufbau bekannt geben.

Das Büdelsdorfer Unternehmen hofft nun vor allem, dass der von der Bundesregierung als Vermittler eingesetzte frühere Thyssen-Chef Dieter Vogel France Telecom dazu bewegen kann, die Schulden von 6,9 Mrd. ? zu übernehmen. Entschuldet könnte das Unternehmen dann einen Neuanfang machen. Die selbst bei Banken und Investoren tief in der Kreide stehende France Telecom hatte erst jüngst ihr Engagement aufgekündigt und damit die Krise bei Mobilcom verschärft.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%