Neue Gerüchte über Rücktritt des Ministerpräsidenten
Japans Finanzminister warnt vor Kollaps

Reuters TOKIO. Äußerungen des japanischen Finanzministers und des Notenbankchefs haben am Donnerstag eine Berg-und-Talfahrt des Yen ausgelöst. Am frühen Morgen führte die Warnung von Finanzminister Kiichi Miyazawa vor einem Haushaltskollaps zunächst zu deutlichen Yen-Verkäufen und drückte den Yen zum Dollar mit Kursen deutlich über 120 Yen auf ein 20-Monatstief. Der Yen erholte sich wieder, nachdem der japanische Notenbankchef das Interesse des Landes an einer starken Währung betont hatte. Analysten rechnen jedoch überwiegend mit weiteren Kursverlusten des Yen.

Am frühen Morgen hatte Miyazawa mit seinen Äußerungen neue Tiefstände des Yen hervorgerufen: "Japans Haushalt steht vor einem Kollaps, und eine grundlegende Reform ist notwendig." Bank-of-Japan-Chef Masura Hayami überraschte dann später mit seiner Unterstützung für einen starken Yen die Devisenmärkte. Sowohl Hayami als auch Miyazawa hatten nach Einschätzung von Analysten noch am Vortag eine Schwächung des Yen als Möglichkeit zur Deflationsbekämpfung nahe gelegt. Hayami widersprach später jedoch mit klaren Worten dieser Interpretation: "Auf keinen Fall wollte ich signalisieren, dass wir eine Politik zur Schwächung des Yen erwägen."

Nach den Worten Hayamis muss die Notenbank die Entwicklung der Preise und der Konjunktur genau beobachten, bevor sie eine Entscheidung über eine Rückkehr zur Null-Zinspolitik treffen kann. Besonders die schwache Inlandsnachfrage verlange ein wachsames Auge auf die Preisentwicklung, sagte Hayami vor dem Parlament.

Zur Unsicherheit über die Entwicklung in Japan trug ein Bericht der Zeitung "Nihon Keizai Shimbun" bei, die meldete, dass Regierungschef Yoshiro Mori am heutigen Freitag seinen Rücktritt erklären wolle. Mori hatte solche Berichte allerdings schon am Mittwoch zurückgewiesen. Die Zeitung berichtet weiter, die Regierungsparteien planten, ein weiteres Notprogramm zur Stützung der Not leidenden japanischen Wirtschaft vorzulegen.

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