Neue Gespräche
Israel will Tötungen unterlassen

Im Zuge der Bemühungen um eine Waffenruhe in Nahost will Israel auf die gezielte Tötung palästinensischer Extremisten vorerst verzichten. Israelische Medien berichteten am Mittwoch, dies sei bei Gesprächen von Vertretern Irsaels und der USA in Washington vereinbart worden.

dpa JERUSALEM/GAZA. Nur im Falle von "tickenden Bomben", etwa Selbstmordattentätern auf dem Weg zu einem Anschlag, wolle Israel weiterhin angreifen.

Repräsentanten der radikal-islamischen Hamas-Bewegung wollten am Mittwochabend die Gespräche mit dem Ministerpräsidenten Mahmud Abbas über eine Waffenruhe mit Israel fortsetzen. Aus Hamas-Kreisen verlautete, man wolle mit Abbas "bestimmte Einzelheiten besprechen, die es Hamas erleichtern werden, einen klaren Standpunkt hinsichtlich einer Waffenruhe mit Israel zu formulieren". Bislang waren mehrere Treffen beider Seiten ergebnislos geblieben.

Ungeachtet der Bemühungen um eine Waffenruhe dauert die Gewalt in der Region an. Am späten Dienstagabend töteten palästinensische Extremisten bei Kfar Saba nördlich von Tel Aviv ein siebenjähriges Mädchen. Zu dem Anschlag bekannten sich die radikale Fatah - Splittergruppe Al-Aksa-Brigaden sowie die Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP). Das Kind starb, als die Angreifer das Feuer auf ein israelisches Fahrzeug eröffneten. Der Großvater und die dreijährige Schwester des Opfers wurden ebenfalls verletzt. Die Armee verhängte daraufhin am Mittwoch eine Ausgangssperre über Kalkilia im Westjordanland. Nach israelischen Informationen stammen die Attentäter aus dieser Stadt.

Der israelische Außenminister Silwan Schalom sagte, der Anschlag beweise, dass die Autonomiebehörde immer noch keine strategische Entscheidung zur Bekämpfung der Terrorgruppen getroffen habe. "Es gibt erste Anzeichen des guten Willens, aber dies ist nicht genug", meinte Schalom weiter. Auch bei ihrem zweiten Treffen über eine Verbesserung der Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen hatten Israel und die Palästinenser am Dienstagabend im Gazastreifen keine Annäherung erzielt.

Im Gazastreifen starb am Mittwoch ein 45-jähriger Palästinenser an Verletzungen, die er während des israelischen Raketenangriffs auf den Hamas-Führer Abdel Asis Rantisi vor gut einer Woche erlitten hatte. Damit stieg die Zahl der Toten bei dem gescheiterten Liquidierungsversuch auf vier. Rantisi konnte leicht verletzt entkommen.

Am Mittwochmorgen waren israelische Truppen erneut in die Stadt Bet Lahia im nördlichen Gazastreifen eingedrungen und hatten dabei drei Palästinenser verletzt.

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