Neue Gespräche
Letzter Versuch zur Streikabwendung in Hollywood

Die Drehbuchautoren und Produzenten in Hollywood wollen einen letzten Versuch zur Abwendung eines Streiks unternehmen, der die amerikanische Film- und Fernsehindustrie für Monate lähmen könnte. Sie erklärten sich zur Wiederaufnahme ihrer seit mehr als fünf Wochen festgefahrenen Verhandlungen unmittelbar nach Ostern bereit, teilte die Vereinigung der Film- und Fernsehproduzenten am Montagabend in Los Angeles mit.

dpa LOS ANGELES. Der Verband WGA droht damit, dass die Autoren vom 2. Mai an keine Drehbücher mehr abliefern und damit die Produktion neuer Kinofilme und TV-Serien deutlich erschweren würden, wenn ihre Forderungen nicht bald erfüllt werden. Vor allem verlangen sie zusätzliche Vergütungen für die weitere Verwertung ihrer Arbeiten zum Beispiel durch den Vertrieb von Videos und DVD im Internet oder durch Wiederholungen im Fernsehen. Außerdem wollen sie mit den Regisseuren auf eine Stufe gestellt und ebenso wie diese als Schöpfer eines Films gewürdigt werden.

Die Produzenten haben bisher vorgerechnet, dass die finanziellen Wünsche der Autoren eine nicht tragbare Mehrbelastung von rund 120 Mill. US-Dollar (260 Mill. DM) pro Jahr bedeuten wurde. Bei den am 1. März abgebrochenen Verhandlungen hatten sie maximal 30 Mill. US-Dollar angeboten. Gegen die Nennung der Drehbuchschreiber gleich neben den Regisseuren hätten die Produzenten kaum etwas, wenn damit keine Ansprüche auf mehr Geld verbunden würden. Allerdings droht der Berufsverband der Regisseure, sich dagegen aufzulehnen.

Der Ausgang des Ringens zwischen den Autoren und den Produzenten, das am 17. April erneut beginnt, gilt als Indikator für einen möglicherweise folgenschweren Streik der Schauspieler. Deren finanzielle Forderungen richten sich ebenfalls auf die Beteiligung an Gewinnen aus der Zweit- und Drittverwertung ihrer Filme und Serien. Der Rahmenvertrag zwischen den Produzenten und dem Schauspielerverband SAG läuft am 1. Juli aus, so das in Hollywood die Stars ebenso wie die Kleindarsteller vom 2. Juli an streiken dürften.

Der letzte größere Arbeitskampf der Autoren liegt mehr als 13 Jahre zurück. Mit einem fünfmonatigen Streik, der zu einer Verzögerung der Herbstserien-Saison im Fernsehen führte, konnten sie viele Forderungen durchsetzen. Diesmal sind die Arbeitgeber jedoch besser vorbereitet. Sie ließen viele Serienfolgen auf Halde produzieren. Auch einige große Kinofilme, deren Premieren ab Mitte Mai bis zum Frühherbst erwartet werden, sind bereits abgedreht.

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