Neue Gespräche mit Piloten
Für Ferienflieger LTU wird die Luft dünner

Für die Rettung des zweitgrößten deutschen Ferienfliegers LTU sinken von Tag zu Tag die Erfolgsaussichten. "Die Situation ist äußerst kompliziert und schwierig", sagte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Wolfgang Clement (SPD) am Dienstag in Düsseldorf.

dpa DÜSSELDORF. Die Krisengespräche gingen auf allen Ebenen weiter. Einen neuen Termin für ein Spitzentreffen mit Banken und LTU-Anteilseignern gibt es aber noch nicht. Ein erstes Krisengespräch war ohne Ergebnis geblieben. Die Zahlungsfähigkeit der Airline reicht Presseberichten zufolge nur noch bis Mitte oder Ende des Monats. Angeblich nimmt das Luftfahrt-Bundesamt die Situation bei der LTU unter die Lupe.

Unterdessen traten auch Meinungsverschiedenheiten im Düsseldorfer Kabinett zu Tage. Der Bürgschaftsantrag der LTU-Airline habe in der Landesregierung "Kopfschütteln" ausgelöst, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" am Dienstag. Bisher stehe kein Kreditgeber fest. Außerdem könnten die Finanzprobleme damit vermutlich nur für wenige Monate gelöst werden. Ein zusätzlicher Bürgschaftsantrag sei im kommenden Jahr denkbar. Ein Sprecher von Landes-Finanzminister Peer Steinbrück wollte diesen Bericht nicht kommentieren. Landes-Wirtschaftsminister Ernst Schwanhold (beide SPD) erklärte dagegen, er bewerte das Konzept der LTU positiv. Er sehe eine Chance, das Unternehmen zu retten.

Suche nach einem Investor

Als zentraler Punkt der Rettungsversuche gilt der Einstieg eines Investors, der Verluste im kommenden Jahr ausgleicht. Nach der Pleite des LTU-Hauptgesellschafters Swissair (49,9 %) vor einem Monat ist noch kein Ersatz in Sicht. Der Kölner Lebensmittelhändler Rewe lehnt es bisher ab, seinen Anteil an der LTU-Airline von 40 % aufzustocken. Die Genossenschaftsgruppe verweist darauf, dass sie in die Sanierung der LTU-Reiseveranstalter schon Mill. investiere. Die Airline hat eine Landesbürgschaft in dreistelliger Millionenhöhe beantragt, mit der Bankkredite abgesichert werden sollen. Die in der Verlustzone fliegende LTU will von 2004 an wieder Gewinne erzielen.

An diesem Mittwoch sollen die unterbrochen Tarifverhandlungen für den Sanierungsbeitrag der 360 LTU-Piloten fortgesetzt werden. Die Vereinigung Cockpit bietet eine dauerhafte Gehaltsabsenkung um zehn Prozent an. Strittig ist jedoch auch noch ein flexiblerer Einsatz der Piloten. Das Unternehmen sei sehr zuversichtlich, dass man zügig zu einer Einigung komme, sagte ein LTU-Sprecher. Die 2000 Mitarbeiter des Boden- und Kabinenpersonals haben bereits unbefristet auf fünf Prozent Gehalt verzichtet. Der Piloten-Tarifabschluss wäre dann der letzte Mosaikstein im LTU-Sanierungspaket, mit dem in den kommenden drei Jahren 179 Mill. Euro eingespart werden sollen.

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