Neue Gespräche
Nach Paradeverbot ist die Lage in Nordirland gespannt

Nach den strikten Auflagen für eine Parade des protestantischen Oranierordens in Nordirland ist es in der Provinz vereinzelt zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und den Sicherheitskräften gekommen.

dpa BELFAST/LONDON. Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, wurden in der Hafenstadt Londonderry vier Beamte bei Auseinandersetzungen mit maskierten Demonstranten verletzt.

Ebenfalls in der Nacht zum Dienstag wurden in Belfast erneut Häuser katholischer und protestantischer Anwohner an der so genannten Friedenslinie mit Steinen und Brandbomben beworfen. In Londonderry wurden zwei Autos in Brand gesteckt.

Der britische Premierminister Tony Blair und sein irischer Amtskollege Bertie Ahern wollen am Mittwoch in London ihre Gespräche über einen Ausweg aus der jüngsten Nordirland-Krise fortsetzen. Der Regierungschef der Provinz, David Trimble, war am Sonntag aus Protest gegen mangelnde Fortschritte bei der Entwaffnung der terroristischen Untergrundorganisation IRA zurückgetreten.

Gedenken an die Schlacht an der Boyne von 1690

Die für die Traditionsumzüge von Protestanten zuständige nordirische Paradekommission hatte am Montagabend mitgeteilt, dass es dem protestantischen Oranierorden auch in diesem Jahr nicht erlaubt wird, durch ein katholisches Viertel von Drumcree bei der Kleinstadt Portadown (Grafschaft Armagh) zu marschieren. Der Umzug von und nach der Kirche von Drumcree am kommenden Sonntag gilt als das wichtigste Ereignis im jährlichen Kalender des Ordens. Er gedenkt damit einem entscheidenden Sieg der Protestanten über die Katholiken in der Schlacht an der Boyne von 1690.

Mit der Entscheidung soll nach Angaben der Kommission verhindert werden, dass es aus Anlass der Parade zu direkten Zusammenstößen zwischen Katholiken und Protestanten kommt. Allerdings haben die Verbote seit 1998 immer wieder zu gewaltsamen Protesten von Ordensanhängern geführt.

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