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Neue Gnadenfrist für Jara nach 1:3 gegen Hannover

Beim 1. FC Kaiserslautern geht es weiter drunter und drüber. Zwar hat Kurt Jara trotz der 1:3-Niederlage bei Hannover 96 eine neue Gnadenfrist erhalten, doch ist er nur noch ein Übungsleiter auf Abruf.

dpa HANNOVER. Beim 1. FC Kaiserslautern geht es weiter drunter und drüber. Zwar hat Kurt Jara trotz der 1:3-Niederlage bei Hannover 96 eine neue Gnadenfrist erhalten, doch ist er nur noch ein Übungsleiter auf Abruf.

Während das Team für die schlechteste Startbilanz des 1. FCK in der Geschichte der Fußball-Bundesliga sorgte und die Trainerdiskussion sich zuspitzt, gehen die Auseinandersetzungen hinter den Kulissen weiter. Hans-Peter Briegel erhebt schwere Vorwürfe gegen Clubchef René C. Jäggi und schimpft über die Lauterer Profis: "Die sind nur im Jammern und Reden groß."

"Herr Jäggi hat gesagt, dass ich auch am Sonntag auf der Bank sitze", berichtete Jara nach der erneuten Niederlage kleinlaut. Vor dem Heimspiel gegen Arminia Bielefeld kündigte er an: "Ich werde so kämpfen, dass ich am Sonntag nicht das letzte Mal auf der Bank sitze und meine Zeit beim 1. FC Kaiserslautern weiter geht." Dabei wirkte er aber genauso müde und genauso wenig überzeugend wie seine Mannschaft auf dem Feld.

Dass er noch eine weitere Chance erhält, verdankt Jara dennoch seinem Team. "Man hat immer noch das Gefühl, dass es eine Einheit ist", kommentierte Jäggi. Und tatsächlich war in Hannover nicht zu entdecken, dass die Profis ihren Vorgesetzten willentlich in Stich gelassen hätten. Später sagte Marco Engelhardt: "Wir als Mannschaft wollten alles versuchen, dass der Trainer es einfacher hat." Resigniert musste er aber einschränken: "Nur macht dieses Ergebnis es ihm nicht einfacher." Erfahrenen Spielern wie Ingo Hertzsch ist klar: "Die Diskussion wird Bestand haben, so lange wie wir nicht gewinnen. Ich glaube, dass der Druck noch größer wird."

Rückendeckung erhält der Coach auch von Briegel, dem früheren Spieler und ehemaligen Sportlichen Leiter. "Jara ist ein geradliniger Typ und ein profilierter Trainer, der seinen Job beim FCK im Großen und Ganzen gut gemacht hat", sagte er in einem Interview der "Sport- Bild". Gleichzeitig schoss Briegel massiv gegen Jäggi: "Er trägt die Hauptverantwortung für die miese Lage. Jäggi steht jetzt in seiner dritten Saison beim FCK zum dritten Mal im Abstiegskampf, sportlich ist er eindeutig gescheitert."

Fehler wirft der einstige Liebling der Lauterer Fans dem Clubchef vor allem bei der Personalpolitik vor. "In meinen Augen war die Verpflichtung von Jancker und Nerlinger sehr naiv, fast schon dämlich", klagte Briegel über Jäggi: "Er denkt vielleicht, er hat Ahnung vom Fußball, aber mit dieser Meinung dürfte er relativ alleine dastehen."

Angesichts des Wirbels um Jara und Jäggi ging die Diskussion um das zweite Tor der Hannoveraner fast völlig unter. Kurz bevor Jiri Stajner (65./86.) sein erstes Tor erzielt und nach Treffern von Ioannis Amanatidis (26.) und Michael Tarnat (33.) die Vorentscheidung geschafft hatte, war ein zweiter Ball auf dem Spielfeld. "Das 2:1 war irregulär", schimpfte Torwart Tim Wiese. Allerdings war der zweite Ball rund 40 Meter vom Geschehen entfernt und nur für wenige Sekunden auf dem Platz, so dass Jara zugab: "Da waren wir nicht clever genug."

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