Neue Großaufträge im Visier
Andersen verschwindet in Deutschland

Die Wirtschaftsprüfer Ernst & Young und Arthur Andersen wollen nach ihrer Fusion in Deutschland gemeinsam neue Großaufträge an Land ziehen. Die beschädigte Marke Andersen soll künftig wegfallen, obwohl der Zusammenschluss als Fusion unter Gleichen bezeichnet wird. Das teilten beiden Gesellschaften am Montag in Stuttgart mit.

dpa STUTTGART. "Wir werden auf Augenhöhe mit den großen Wettbewerbern im deutschen Markt antreten", sagte Andersen-Geschäftsführer Christoph Groß, der in dem neuen Unternehmen die Nummer zwei sein wird. Vorstandschef der fusionierten Ernst & Young Deutschland bleibt Herbert Müller. Andersen war durch seine Verwicklung in den Enron-Skandal in den USA in Schwierigkeiten geraten.

Die beiden Prüfgesellschaften wollten noch am Montag in Brüssel einen Antrag bei der EU-Kommission stellen. Die Genehmigung vorausgesetzt, soll die Fusion zum 1. Juli in Kraft treten. Andersen bleibt zunächst rechtlich selbstständig, damit das neue Unternehmen von möglichen Haftungen aus dem Enron-Fall verschont bleibt. Das operative Geschäft würde jedoch vollständig auf Ernst & Young übertragen. Die neue Firma kommt auf einen Umsatz in Höhe von zuletzt 931 Millionen Euro und beschäftigt 7565 Mitarbeiter. Mit einem Stellenabbau sei nicht zu rechnen, hieß es. Die Andersen- Unternehmensberatung mit 285 Mitarbeitern solle allerdings abgespalten werden.

Die jeweils 250 Partner der Gesellschaften hatten dem Zusammenschluss am Mittwoch und Samstag mit überwältigender Mehrheit zugestimmt. Arthur Andersen (deutscher Sitz: Frankfurt/Main) galt bisher als das aggressivere Unternehmen, Ernst & Young (Stuttgart) in Deutschland mit seinen schwäbischen Wurzeln als eher konservativ. Weltweit waren die Ländergesellschaften von Andersen auf verschiedene Konkurrenten aufgeteilt worden, in Europa zu jeweils gleichen Umsatzanteilen auf Ernst & Young sowie Deloitte & Touche. Zu den Geschäftsfeldern zählen auch Prüfung und Beratung in den Bereichen Steuern, Finanzen, Immobilien und Recht.

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