Neue Grundsätze des IDW zur Unternehmensbewertung

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Neue Grundsätze des IDW zur Unternehmensbewertung

Neue theoretische und empirische Erkenntnisse sowie veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen ...

Neue theoretische und empirische Erkenntnisse sowie veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen erfordern eine Neufassung der Grundsätze zur Ermittlung von objektivierten Unternehmenswerten. Dies belegte auch ein Gedankenaustausch zwischen dem Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V. (IDW) und Vertretern der Hochschulen im Oktober diesen Jahres.
Bei der Überarbeitung der Grundsätze für die objektivierte Unternehmensbewertung werden folgende Aspekte eine Rolle spielen:

  • Neuorientierung bei der Ermittlung des Kapitalisierungszinsfußes: Der Wirtschaftsprüfer ermittelt den objektivierten Unternehmenswert, indem er die erwarteten finanziellen Überschüsse auf den Bewertungsstichtag abzinst. Bisher ist der verwendete Kapitalisierungszinsfuß aus der Rendite eines festverzinslichen Wertpapiers abgeleitet worden. Künftig sollen Aktienrenditen Ausgangsgröße bei der Bestimmung des Kapitalisierungszinsfußes sein. Dahinter steht der Gedanke, dass Aktien als Alternativanlage besser mit dem zu bewertenden Unternehmen vergleichbar sind als festverzinsliche Wertpapiere. Unterstellt man Aktien als Alternativanlage, müssen auch die maßgeblichen Besteuerungsfolgen (Steuerfreiheit von Kursgewinnen, Besteuerung von Dividenden nach dem Halbeinkünfteverfahren) berücksichtigt werden, da der Unternehmenswert nach Ertragsteuern der Unternehmenseigner zu ermitteln ist.
  • Abkehr von der Vollausschüttungsannahme: Seit Einführung des Halbeinkünfteverfahrens ist eine Vollausschüttung der Gewinne für die Anteilseigner oftmals steuerlich nicht vorteilhaft. Daher ist es sachgerecht, nicht mehr grundsätzlich davon auszugehen, dass die prognostizierten Gewinne voll ausgeschüttet werden, sondern eine Annahme über das wahrscheinliche Ausschüttungsverhalten zu treffen. Bei Kapitalgesellschaften soll für die erste Phase des Prognosezeitraums die Ausschüttung aus dem Unternehmenskonzept abgeleitet werden. Für die zweite Phase soll unterstellt werden, dass sich das Ausschüttungsverhalten des Unternehmens an der Alternativanlage ausrichtet. Dabei ist auch eine Annahme darüber zu treffen, wie die im Unternehmen zurückbehaltenen Gewinne verwendet werden.


Die Berücksichtigung dieser Eckpunkte wird in der Tendenz zur Ermittlung niedrigerer Abfindungen führen als die Anwendung der geltenden Grundsätze des IDW S 1.

Quelle: FINANZ BETRIEB, 03.01.2005

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