Neue Handelssegmente in Stuttgart und Düsseldorf
Börsen verbessern im Rentenhandel ihr Angebot für Privatanleger

Die deutschen Regionalbörsen nehmen einmal mehr den privaten Anleger ins Visier. Vorteile soll es für die Investoren künftig im Rentenhandel geben. Dies planen die Börsen in Düsseldorf und Stuttgart.

rp DÜSSELDORF. Die Stuttgarter wollen zum Jahresbeginn 2003 mit Bond-X starten. Dies sei ein neues Handelssegment für festverzinsliche Wertpapiere, sagte Karlheinz Pfeiffer, Chefrentenhändler der Euwax Broker AG, auf der IAM in Düsseldorf. Erstmals kämen dann Privatanleger in den Genuss verbindlicher Kurse innerhalb enger Geld-/Briefspannen (Spreads). Mindestens ein Market Maker habe sich bereit erklärt, während der gesamten Handelszeit auf Anfrage verbindliche An- und Verkaufspreise für ein bestimmtes Volumen zur Verfügung zu stellen.

Konkrete Vereinbarungen gebe es mit der Landesbank Baden-Württemberg, mit anderen Market Makern werden noch Gespräche geführt, sagte Pfeiffer. Anders als bisher sollen private Anleger dann über einen "Taxengenerator" auch über Real-Time-Kurse verfügen.

Geplant ist, dass in Bond-X sukzessive ab Januar 350 variabel notierte Jumbo-Pfandbriefe, Bundes- und Eurostaatsanleihen sowie Unternehmenstitel aufgenommen werden. Die Stuttgarter Börse hofft, mit Bond-X ihre Position im Rentenhandel verbessern zu können.

Gleiches erhofft sich aber auch die Düsseldorfer Börse, wo nach eigenen Angaben über 3 800 Anleihen gehandelt werden. In Düsseldorf erhalten Anleger über das Informationsportal bondboard.de der Maklerfirma Capital Stage umfassende Informationen über die liquidesten Rentenwerte, teilte die Börse mit. Zusätzlich können Investoren künftig auf ein Liquiditäts-Rating zugreifen. Damit würden die auf bondboard.de gelisteten Anleihen nach ihrer Handelbarkeit bewertet. Die Note 1 stehe für höchste Liquidität mit dem geringsten Spread (bis 0,25), die Note 6 für die schlechteste Bewertung bei illiquiden Papieren.

Den jederzeitigen Abruf handelbarer Rentenkurse in Stuttgart lobte Klaus Schuchardt, Prokurist bei Capital Stage, gegenüber dem Handelsblatt. Dies sei "eine Idealvorstellung". Aber auch in Düsseldorf würden entsprechende Gespräche geführt. Er zeigte sich zuversichtlich, dass es bis Ende 2002 auch hier Zugriff auf direkte Kurse geben wird.

Andreas Willius, Vorstandsmitglied der Stuttgarter Börse, legte zudem in Düsseldorf die neuen Quartalszahlen vor. Danach hat sich die Zahl der Wertpapierorders (Monatsdurchschnitt) von Januar bis September um 10,6 % auf 494 955 verringert. Doch habe sich die Zunahme der Handelsaktivitäten fortgesetzt. Profitiert habe Stuttgart zudem von der Euwax. Die Derivate "erhalten uns gut am Leben", sagte Willius. Der Euwax-Umsatz sei insgesamt (Optionsscheine und Zertifikate) bis Ende September auf 9,23 Mrd. Euro (+8,5 %) gestiegen.

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