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Neue Heimat Westfalenstadion

In Dortmund trifft Galatasaray Istanbul heute in der Champions League auf Juventus Turin - aus Sicherheitsgründen.

BERLIN. In diesem Spiel wird es um Heimat und Fremde gehen, darum, sich einen unbekannten Ort zu eigen zu machen. Das Heimrecht war Galatasaray Istanbul für das Champions-League-Spiel gegen Juventus Turin von der Europäischen Fußball-Union (Uefa) genommen worden - wegen der Terrorgefahr, also haben sie sich eine neue Heimat gesucht. Sie ist für neunzig Minuten das Dortmunder Westfalenstadion. Dort findet das Spiel heute statt (20.45 Uhr, live auf Premiere).

Dass sie nicht im eigenen Stadion spielen, wollen die Türken einfach verhüllen. Alle Schriftzüge "Westfalenstadion" sollen mit Schriftzügen "Ali-Sami-Yen-Stadion" überdeckt werden, das hat die Klubführung beantragt. Und sie wollen die Fans begrüßen mit großen Plakaten "Willkommen im Ali-Sami-Yen-Stadion", so heißt nämlich ihre Arena in Istanbul. Drei riesige Fahnen hat Galatasaray auch noch anfertigen lassen, eine türkische, ein Vereinswappen von Galatasaray und eine mit dem Bildnis des türkischen Staatsgründers Kemal Atatürk.

Der Istanbuler Trainer Fatih Terim hat im türkischen Fernsehen die Begegnung zu einem Spiel des Patriotismus ausgerufen. "Ich denke nicht in erster Linie an das Weiterkommen in der Champions League, sondern an einen Sieg für die Türkei. Ich erwarte von meinen Spielern hundertprozentigen Einsatz des Herzens." Über die Entscheidung der Uefa regt er sich auf: "Weil zwei Bomben gefallen sind, werden wir ins Exil geschickt."

Aber Terim hat sich nicht nur geärgert, sondern schon früh einen Ausweichort vorgeschlagen. Der Istanbuler Trainer schätzt die Atmosphäre des Westfalenstadions, weil die Tribünen bis an den Rasen heranreichen. Galatasaray hat in den vergangenen Jahren stets gute Erfahrungen mit Spielen in Nordrhein-Westfalen gemacht, wo insgesamt 651 000 Türken leben. Im März 1989 trug der Spitzenclub vom Bosporus wegen einer von der Uefa verfügten Platzsperre in Istanbul die Viertelfinal-Partie im Europapokal der Pokalsieger gegen AS Monaco im Stadion Köln-Müngersdorf aus. Mit dem 1:0 zog Galatasaray damals vor 58 000 Landsleuten ins Halbfinale ein. Und im März 2000 düpierten die Istanbuler im Uefa-Cup-Achtelfinale Borussia Dortmund im Westfalenstadion mit einem 2:0.

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