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Neue Hoffnung für französische Geiseln im Irak

Das Schicksal der beiden im Irak entführten französischen Journalisten ist weiter unklar. Heute tritt an französischen Schulen das Kopftuchverbot in Kraft, dessen Rücknahme die islamistischen Entführer von der Regierung in Paris erpressen wollten.

dpa PARIS. Das Schicksal der beiden im Irak entführten französischen Journalisten ist weiter unklar. Heute tritt an französischen Schulen das Kopftuchverbot in Kraft, dessen Rücknahme die islamistischen Entführer von der Regierung in Paris erpressen wollten.

Am Mittwochabend war ein verlängertes Ultimatum der Geiselnehmer abgelaufen. Dennoch gibt es nach Meldungen des französischen Nachrichtensenders LCI neue Hoffnung für die Entführten Georges Malbrunot und Christian Chesnot.

Die Entführer der "Arabischen Armee im Irak" suchten nach einem für sie ehrenhaften Ausweg, berichtete ein LCI-Korrespondent aus Bagdad. Danach stehen die aus anderen arabischen Staaten stammenden Entführer unter erheblichen Druck des irakischen Widerstandes, die Geiseln unverzüglich freizulassen. Es gebe jedoch neben politischen auch erhebliche logistische Probleme. Die Entführer würden jeden Tag mit ihren Geiseln mehrfach ihren Aufenthaltsort im sunnitischen Mittelirak wechseln.

Die beiden Journalisten waren am 20. August zusammen mit ihrem syrischen Fahrer in Nadschaf verschleppt worden. Die Kidnapper haben gedroht, die Geiseln zu töten, sollte Frankreich nicht das Kopftuchverbot in staatlichen Schulen aufheben. Das Verbot des Tragens auffälliger religiöser Symbole wird an diesem Donnerstag mit Schulbeginn wirksam. Die islamischen Organisationen Frankreichs haben zur Beachtung des Gesetzes aufgerufen und eine Delegation nach Bagdad entsandt, um die Freilassung der Geiseln zu erreichen. Gestern hatte eine andere Gruppe von Entführern sieben Geiseln, darunter mehrere Inder, freigelassen.

Unterdessen sind bei einem US-Luftangriff auf die irakische Stadt Falludscha nach Medienberichten am späten Mittwochabend mindestens 17 Menschen getötet worden. Wie der US-Sender CNN und der arabische Sender El Dschasira unter Berufung auf Ärzte in der Stadt berichteten, sind auch drei Kinder unter den Opfern. Der Angriff habe Mitgliedern der Terrorgruppe des jordanischen Top-Terroristen Abu Mussab el Sarkawi gegolten, hieß es.

Zwei Häuser in einem Wohngebiet der als Hochburg des sunnitischen Widerstandes geltenden Stadt seien von einem US-Kampfflugzeug mit Raketen beschossen und zerstört worden. Dabei soll es sich um so genannte "sichere Häuser" der Terrorgruppe von el Sarkawi gehandelt haben, die als Unterschlupf und für geheime Treffen genutzt worden seien.

Erst am vergangenen Wochenende waren bei US-Luftangriffen auf die rund 60 Kilometer westlich von Bagdad gelegen Stadt sechs Menschen getötet und 20 verletzt worden. Die US-Armee geht davon aus, dass in der Stadt neben lokalen Rebellengruppen auch ausländische islamistische Terroristen Unterschlupf gefunden haben.

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