Neue Indizien für Schwäche der japanischen Wirtschaft
Yen geht gegenüber dem Dollar auf Erholungskurs

Der Euro hat sich am Freitag in Fernost nach seiner Talfahrt am Vortag zum Dollar wieder gefangen. Die Gemeinschaftswährung gab aber zum Yen weiter nach, der sich auch zur US-Währung wegen Warnungen japanischer Regierungspolitiker vor einem zu schwachen Yen deutlich erholen konnte. Konjunkturdaten lassen allerdings wenig Hoffnung auf eine Besserung der Wirtschaftslage aufkommen.

Reuters TOKIO. Der Dollar war wegen der sechsten Leitzinssenkung in den USA, kräftigen Kursanstiegen an den US-Aktienmärkten und schwindenden Hoffnungen auf eine Zinssenkung in der Euro-Zone fast einen Cent auf ein Zwei-Wochen-Hoch von 0,8438 Dollar gestiegen. Gegen 7.00 Uhr MESZ notierte der Euro mit 0,8455/59 Dollar nach 0,8436 Dollar zum Handelsende in New York. Der Dollar kostete nur noch 124,00 Yen nach einem Schlusskurs von 124,63 Yen.

Trotz erneut schwacher japanischer Konjunkturdaten konnte der Yen zu Euro und Dollar zulegen, weil sich Finanzminister Masajuro Shiokawa und Wirtschaftsminister Heizo Takenaka deutlich gegen einen zu schwachen Yen aussprachen. Die Vermutung, der Regierung könne wegen der exportfördernden Wirkung an einer schwachen Währung gelegen sein, hatte den Yen in den Tagen zuvor belastet. Zudem war der Dollar mit 124,97 Yen erneut knapp an der psychologisch wichtigen Marke von 125 Yen gescheitert. "Jedes Mal, wenn wir dahin kommen, sprechen die Politiker lauter. Deshalb ist es gefährlich, über 125 zu viele Dollar-Kaufpositionen zu haben", sagte ein Händler einer europäischen Bank in Tokio. In den vergangenen zweieinhalb Jahren kostete der Dollar nur kurze Zeit im April mehr als 125 Yen.

Arbeitslosenquote auf Rekordniveau

Konjunkturdaten aus Japan dokumentierten unterdessen erneut die Schwäche der Wirtschaft. So erreichte die Arbeitslosigkeit im Mai wieder ein Rekordniveau von 4,9 %. Die Ausgaben der Privathaushalte fielen stärker als erwartet real um 2,6 % im Mai. Volkswirte erwarten, dass der Konjunkturindex der japanischen Notenbank am Montag auf den tiefsten Stand seit anderthalb Jahren fallen wird.

Mit Blick auf den Euro gab es am Tokioter Markt keine neuen Impulse. Der Handel war damit beschäftigt, die vorangegangenen Kursverluste der Gemeinschaftswährung in Europa und den USA zu verdauern. Der Euro lag schließlich nur noch gut zwei US-Cent über seinem Allzeittief von 0,8225 Dollar. Man könne sich nur wundern, wie oft der Euro noch so bitter enttäuschen könne, ehe der Markt die Währung ganz aufgebe und unter 80 Cent schicke. "Ich persönlich hab das Ding satt, es kostet mich immer nur Geld. Ich sage: Gebt die Deutsche Mark zurück", ärgerte sich der Händler einer europäischen Bank.

Der Goldhandel begann am Freitag in Hongkong freundlich. Im frühen Geschäft wurde die Feinunze des Edelmetalls (31,1 Gramm) mit 269,70/270,20 Dollar bewertet. In New York war Gold am Vortag zuletzt mit 269,00/50 Dollar notiert worden.

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