Neue Kämpfe
Gespräche zwischen Clinton und Arafat geplant

Palästinenser-Präsident Jassir Arafat wird sich mit US-Präsident Bill Clinton zu Gesprächen über ein Ende der Gewalt im Nahen Osten treffen. Der palästinensische Unterhändler Saeb Erekat sagte am Freitag in Washington, ein Zeitpunkt für die Gespräche in der US- Hauptstadt stehe noch nicht fest.

Reuters WASHINGTON. Dem israelischen Fernsehen zufolge soll Israels Ministerpräsident Ehud Barak in der kommenden Woche in den USA auf einer Konferenz sprechen. Barak hoffe, während der Reise auch Clinton treffen zu können. Die Zahl der Toten bei den seit Ende September anhaltenden Unruhen stieg auf mindestens 170. Arafat habe eine Einladung nach Washington angenommen, sagte Erekat. Dieser hatte sich zuvor mit US-Außenministerin Madeleine Albright und dem US-Berater für Nationale Sicherheit, Sandy Berger, getroffen. Er hoffe, einen genauen Termin für das Treffen Arafats mit Clinton noch am Freitag bekannt geben zu können, sagte Erekat. Ein Sprecher des US-Rates für Nationale Sicherheit sagte, Clinton und Arafat würden über die Umsetzung des Gewaltverzichts-Abkommens von Scharm el Scheich und die Wiederaufnahme von Gesprächen über einen endgültigen Friedensvertrag zwischen Israel und den Palästinensern sprechen.

Neue Kämpfe im Westjordanland

Bei Bethlehem im Westjordanland brachen nach israelischen Angaben neue Kämpfe aus. Eine Armeesprecherin sagte, israelische Panzer hätten das Feuer auf Palästinenser eröffnet, die eine israelische Militärbasis mit panzerbrechender Munition aus einem schweren Maschinengewehr angegriffen hätten. Ein Soldat sei leicht verletzt worden. Auch von zwei weiteren Ort im Westjordanland wurden Kämpfe gemeldet.

In Tulkarm starb nach Angaben palästinensischer Mitarbeiter eines Krankenhauses ein 21-jähriger Palästinenser, auf den israelische Soldaten geschossen hätten. Die israelische Armee teilte mit, sie habe den Mann nicht getötet. Dieser sei anscheinend von hinten erschossen worden. In Ramallah erlag nach Angaben palästinensischer Krankenhauskreise ein 18-jähriger Palästinenser Schussverletzungen, die er bei Zusammenstößen mit israelischen Soldaten erlitten habe. Zu den befürchteten Zusammenstößen nach dem Freitagsgebet der Moslems in Jerusalem kam es nicht.

Baraks Sicherheitsberater Danny Jatom würdigte im Rundfunk das Bemühen der Palästinenser-Behörden, die Lage zu beruhigen. Er räumte zugleich ein, dass Arafat dazu Zeit brauche. Barak hat Arafat aufgefordert, sein Volk zur Einstellung der Unruhen aufzurufen. Dem Vernehmen nach schob Barak nach einem Treffen mit Sicherheitsexperten am Donnerstagabend militärische Maßnahmen vorerst auf. Barak sagte am Freitag, Israel sei bereit, sowohl für den Frieden zu kämpfen als auch gegen Gewalt und Terrorismus vorzugehen.

Die Bundeswehr schickte nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums ein Erkundungskommando aus sechs Ärzten in den Gaza-Streifen. Diese sollten den Transport von 50 verletzten Palästinensern nach Deutschland vorbereiten, den Bundeskanzler Gerhard Schröder bei seiner Nahost-Reise in dieser Woche Arafat zugesagt hatte.

Die jüngste Gewaltwelle war Ende September nach einem Besuch des israelischen Oppositionspolitikers Ariel Scharon auf dem Tempelberg in Jerusalem ausgebrochen. Scharon ist ein Gegner der Friedensverhandlungen mit den Palästinensern, die Barak wegen der Unruhen offiziell ausgesetzt hat. Im ägyptischen Scharm el Scheich hatten Israel und die Palästinenser am 17. Oktober sich unter US-Vermittlung auf einen Gewaltverzicht geeinigt, der jedoch nicht umgesetzt werden konnte.

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