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Neue Kämpfe in Nadschaf bedrohen Waffenruhe

Bagdad (dpa) - Neue Kämpfe in der südirakischen Pilgerstadt Nadschaf drohen den dort seit drei Monaten bestehenden Waffenstillstand zu gefährden. Bei den Gefechten zwischen Milizen des radikalen Schiiten-Predigers Muktada el Sadr, US-Truppen und irakischen Sicherheitskräften wurden drei Iraker getötet und sieben verletzt.

Bagdad (dpa) - Neue Kämpfe in der südirakischen Pilgerstadt Nadschaf drohen den dort seit drei Monaten bestehenden Waffenstillstand zu gefährden. Bei den Gefechten zwischen Milizen des radikalen Schiiten-Predigers Muktada el Sadr, US-Truppen und irakischen Sicherheitskräften wurden drei Iraker getötet und sieben verletzt.

Die Milizen schossen dabei nach US-Angaben einen amerikanischen Militärhubschrauber vom Typ Bell UH-1 ab. Zwei Piloten seien verletzt worden. Wie der arabische Fernsehsender El Dschasira berichtete, rief die El-Sadr-Miliz ihre Mitglieder zum Kampf gegen «die ungläubigen US-Besatzer» auf.

Britische Soldaten hätten in Nadschaf El Sadrs Haus umstellt. Es war jedoch unklar, ob sich dort aufhielt. Die Gefechte in Nadschaf sind die schwersten seit mehreren Wochen. Im April war es zwischen US-Truppen und den Sadr-Milizen in Nadschaf zu wochenlangen schweren Kämpfen gekommen, nachdem Sadr-Anhänger praktisch die Kontrolle über die Stadt übernommen hatten. Nach einem Waffenstillstand hatten sich US-Truppen und Milizionäre weit gehend aus der Stadt zurückgezogen.

In Mossul gab das örtliche Krankenhaus am Donnerstag bekannt, am Vortag seien in der nordirakischen Stadt bei schweren Gefechten zwischen Aufständischen sowie irakischen Sicherheitskräften und US- Soldaten 22 Iraker getötet und mehr als 50 verletzt worden.

Bei einem Autobombenanschlag auf eine Polizeiwache südlich von Bagdad wurden fünf Menschen getötet und 21 verletzt, wie das Gesundheitsministerium in Bagdad bestätigte. Das irakische Innenministerium erklärte, dass die Attentäter vor der Wache in Muhawil, 60 Kilometer südlich von Bagdad, aus ihrem Wagen sprangen und auf die Wachtposten schossen. Dann flüchteten sie. Kurz danach wurde die Bombe offenbar per Fernzündung detoniert.

Für den Schutz der UN-Mission zur Vorbereitung der geplanten Wahlen im Irak im kommenden Januar will so gut wie kein Staat Soldaten bereitstellen. Das sagte UN-Generalsekretär Kofi Annan am Mittwochabend in New York. Bemühungen der Weltorganisation, Regierungen zur Beteilung an einer solchen Schutztruppe zu bewegen, seien «nicht sehr erfolgreich» gewesen. «Uns bleibt daher nichts weiter übrig, als von der multinationalen Streitmacht abhängig zu sein», sagte er.

Unbekannte verübten am Mittwochabend nach Polizeiangaben einen Anschlag auf eine Ölpipeline etwa 50 Kilometer nordöstlich von Tikrit, der ein Großfeuer auslöste. Wie erst am Donnerstag bekannt wurde, ist im Irak erneut ein türkischer Lastwagenfahrer von Aufständischen erschossen worden. Sein Konvoi sei bereits am Montag 70 Kilometer hinter der türkischen Grenze überfallen worden, türkische Medien. Nach offiziellen türkischen Angaben wurden in den vergangenen sieben Monaten 11 Türken im Irak erschossen.

Nach der Welle von Entführungen im Irak haben die USA eine gemeinsame Initiative der in dem Land engagierten Staaten gegen Zugeständnisse an Kidnapper angekündigt.

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