Neue Kameras im CeBIT-Gepäck: Foto-Industrie will vom Digital-Boom profitieren

Neue Kameras im CeBIT-Gepäck
Foto-Industrie will vom Digital-Boom profitieren

So einfach war Fotografieren noch nie: Die neue Generation der Digitalkameras besticht mit brillanter Bildqualität, ist kinderleicht zu bedienen und soll der Branche in den nächsten Jahren ein kräftiges Umsatzwachstum bescheren.

HB/dpa HANNOVER. In diesem Jahr sollen bundesweit etwa 6 Millionen Kameras über den Ladentisch gehen, jede zweite davon wird eine digitale sein, berichteten führende Hersteller am Dienstag vor der weltgrößten Computermesse CeBIT in Hannover.

"Der Digitalboom geht weiter. Auch der Zubehörbereich mit Scannern und Druckern wird immer wichtiger", sagt die Foto-Expertin des Computerriesen Hewlett-Packard, Barbara Wollny. Allerdings gebe es erste Anzeichen dafür, dass die Kunden beim Kamera-Kauf nicht mehr allein auf Rekordwerte bei der Bildauflösung schielten.

"Die Auflösung wird sich im Consumer-Bereich bei 5 Millionen Pixel einpendeln. Das garantiert eine tolle Qualität und reicht für den Privatgebrauch", glaubt Wollny. Wer professionell arbeitet, kann auf der CeBIT Modelle mit bis zu 14 Millionen Pixel testen. Doch gilt die Faustregel: Mehr Bildpunkte brauchen mehr Speicherplatz und eine längere Verarbeitungszeit. Auch ältere Modelle mit 2 bis 3 Millionen Pixel liefern ansprechende Bilder - und sind mehrere hundert Euro günstiger als die Top-Modelle.

Um sich im Konkurrenzkampf zu profilieren, haben fast alle Hersteller ihre Neuheiten mit etlichen Zusatzfunktionen ausgestattet. Die nur 8,2 Zentimeter hohe Coolpix SQ von Nikon überrascht mit einem Schwenkobjektiv und nimmt auch kurze Filme mit Ton auf. Kodak will die Käufer mit einem neuen Display aus organischen Leuchtdioden (OLED) überzeugen. Auch bei Sonneneinstrahlung und Schieflage wird das Motiv gestochen damit scharf auf dem Display abgebildet (Kodak LS633). Als Reisebegleiter bieten sich unter anderem die scheckkartengroßen Kameras Pentax OptioS und Casio Exilim EX-Z3 an.

Trotz des Trends zur digitalen Fotografie ist der klassische Papierabzug nicht vom Aussterben bedroht. Zwar überspielen viele Foto-Fans ihre Bilder direkt auf den heimischen PC - von jedem zehnten Motiv aber wollen sie einen Abzug in der Hand halten, der im professionellen Fachhandel entwickelt worden ist. Der Dachverband der Groß-Labore geht davon aus, dass digitale Aufträge bis 2005 einen Marktanteil von 15 Prozent erreichen. In diesem Jahr werden bundesweit mehr als 5,3 Milliarden Farbbilder abgezogen, davon eine Milliarde Digitalprints.

Doch der Markt ist hart umkämpft. Nach Angaben des Bundesverbands Technik des Einzelhandels (BVT) in Köln lassen Drogeriemärkte wie Schlecker, dm oder Kaisers inzwischen über 40 Prozent aller Print- Abzüge entwickeln. Die Fachhändler sind von knapp 30 auf 27 Prozent Anteil zurückgefallen. Die sparsamen Verbraucher schätzen die Sonderangebote von ein paar Cent beim Drogisten um die Ecke. Nun haben die Druckerhersteller reagiert und wollen das lukrative Zusatzgeschäft dem Handel nicht kampflos überlassen.

HP, Canon und Kodak stellen auf der CeBIT neue Drucker vor, die direkt an eine Digitalkamera angeschlossen werden können. Großes Plus ist der Zeitvorteil: Der Gang ins Fachgeschäft oder der Versand der Bilddateien an ein Labor entfällt. Allerdings belastet das private Druck-Vergnügen den Geldbeutel.

Während der Fachhandel je Abzug 5 bis 20 Cent berechnet, kostet ein Farbabzug auf dem eigenen Drucker im Schnitt 77 Cent. Die Qualität der Bilder beim Heim-Drucken sei zudem häufig mangelhaft, kritisiert die Stiftung Warentest. Wer ganz auf Papierabzüge verzichten will, kann sich auf dem Computer riesige Bildergalerien anlegen und seine digitalen Schnappschüsse auf dem Fernseher anschauen.

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