Neue Klage gegen AKW
Hohe Beteiligung an Temelin-Volksbegehren

Beim österreichischen Volksbegehren gegen das grenznahe tschechische Atomkraftwerk Temelin zeichnet sich eine hohe Beteiligung ab. Nach Schätzung von Medien und Meinungsforschern könnte sogar die Millionen-Grenze übertroffen werden.

dpa WIEN/PRAG. Damit wäre das Volksbegehren eines der erfolgreichsten in der Geschichte des Landes. Zahlen lagen bis Freitag aber nicht vor. Sie sollen nach Abschluss der Eintragungsfrist am Montagabend veröffentlicht werden.

Unterdessen regt sich auch in Tschechien neuer Widerstand gegen Temelin. Da die staatliche Betreibergesellschaft CEZ bisher nicht einen im Gesetz vorgeschriebenen "Vorteil von Temelin für die ganze Bevölkerung" bewiesen habe, wollen Umweltschützer mit einer Klage die Stilllegung der Anlage erreichen, berichtete die Prager Zeitung "Lidove noviny" am Freitag. Drei Tage nach einer technischen Störung fuhr die Leitung den ersten Block von Temelin wieder auf Maximalleitung hoch.

Das österreichische Volksbegehren wurde von der mitregierenden Freiheitlichen Partei (FPÖ) mit Unterstützung der auflagenstarken "Kronenzeitung" in Gang gesetzt. Es hat zum Ziel, Tschechien so lange die Mitgliedschaft in der Europäischen Union zu verweigern, bis Prag auf die Inbetriebnahme des derzeit im Probebetrieb laufenden, wegen Sicherheitsmängeln umstrittenen Atomkraftwerks verzichtet. Erreicht ein Volksbegehren mehr als 100 000 Unterschriften, muss sich das Parlament in Wien mit dem Anliegen befassen. Die Abgeordneten müssen die Forderungen aber nicht umsetzen.

Nach Angaben der Prager Zeitung "Pravo" ist eine Privatisierung von Temelin doch noch vor den Parlamentswahlen im Juni möglich. Die tschechische Regierung verhandele derzeit mit dem französischen Unternehmen EdF über den Verkauf von 67 % am Betreiber CEZ plus sechs Vertriebsgesellschaften, berichtete das Blatt. Prag verlangt 5,7 Mrd. Euro (11,1 Mrd. DM) und versieht den Verkauf mit Auflagen. In den zweiten Block von Temelin würden in den nächsten Tage Brennstäbe gebracht, berichtete der Prager Rundfunk.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%