Neue Konkurrenz für Fraport
Lufthansa AG verkauft ihren Bodenabfertiger

Die Lufthansa AG hat für 370 Mill. Euro ihre zuletzt Verluste schreibende Flugzeug-Abfertigungsfirma Globe Ground an die französische Penauille Polyservices S.A. verkauft.

hz FRANKFURT/M. Die Lufthansa AG, Frankfurt/Köln, hat für 370 Mill. Euro ihre zuletzt Verluste schreibende Flugzeug-Abfertigungsfirma Globe Ground an die französische Penauille Polyservices S.A. verkauft. Auch die Frankfurter Flughafengesellschaft Fraport AG hatte für Globe Ground geboten. Der Airport-Konzern war aber wegen eines zu geringen Gebots nicht in die letzte Bieterrunde gelangt, wie Lufthansa-Finanzvorstand Karl-Ludwig Kley sagte.

Mit dem Verkauf von Globe Ground an die Franzosen erwächst der an die Börse strebenden Flughafengesellschaft nun möglicherweise ein neuer Wettbewerber. "Ich sehe mittelfristig gute Chancen, Fraport Konkurrenz zu machen", sagte der Chef des neu entstandenen Airport-Dienstleisters, Peter Bluth.



Bis 2005 hat lediglich der spanische Ground-Handling-Agent Acciona auf dem Frankfurter Flughafen die Lizenz, neben Fraport den Fluggesellschaften seine Dienste anzubieten. Globe Ground dagegen durfte als Tochter der in Frankfurt dominierenden Airline sich dort nicht um eine Lizenz bemühen. Seit Jahren sind die Bodenabfertigungsdienste eine der wichtigsten Einnahmequellen für Fraport. 2000 trug die Sparte mit 1,1 Mrd. DM ein Drittel zu den Umsätzen bei.



Penauille wird Globe Ground in zwei Schritten bis zum Sommer 2002 vollständig übernehmen. Durch die Fusion von Globe Ground und der Penauille-Tochter Servisair entsteht der mit Abstand weltweit größte Bodenabfertiger.



Analysten sahen den Verkauf positiv. Sie hatten zuvor Globe Ground maximal mit 250 Mill. Euro bewertet. Den Buchgewinn aus der Transaktion bezifferte Kley für die Lufthansa auf unter 200 Mill. Euro. Die Lufthansa-Aktie zog gestern gegen den Trend an.



An der nur auf dem Heimatmarkt tätigen Globe Ground Deutschland bleibt Lufthansa aus strategischen Gründen mehrheitlich beteiligt. Kley begründete den Verkauf damit, dass für Globe Ground angesichts der Liberalisierung der Bodendienste massive Investitionen nötig gewesen seien. Diese Gelder wolle die Airline aber lieber in andere Segmente stecken, um neue Geschäftsfelder zu entwickeln.

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