Neue Konstellationen der Bieter möglich
Gerangel um Kirch Media

Das Gerangel um die Übernahme der insolventen Kirch Media hält Medienkonzerne und Banken in Deutschland und dem Ausland bis zur letzten Minute in Atem. Einen Tag vor dem Ende der offiziellen Frist für die verbindlichen Kaufangebote stand die Zusammensetzung der Bieterkonsortien nach Informationen aus Branchenkreisen vom Mittwoch noch immer nicht fest.

HB MÜNCHEN. Das in der Vorrunde ausgeschiedene Quartett aus den Verlagen Springer, Spiegel und Bauer mit der Hypo-Vereinsbank ziehe derzeit ein neues Angebot zusammen mit dem Konsortium aus Commerzbank und Columbia in Betracht. Dadurch könnte das bisherige Angebot von 1,4 Mrd. Euro nachgebessert werden. Der Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 prüft derweil ein Angebot für die Filmbibliothek der insolventen Muttergesellschaft KirchMedia.

Neben der Commerzbank und Columbia sind derzeit auch noch der US- Medienunternehmer Haim Saban zusammen mit dem französischen Medienkonzern TF1 sowie ein Bündnis der KirchMedia-Altgesellschafter im Rennen. Alle drei waren mit unverbindlichen Angeboten von angeblich jeweils mehr als zwei Mrd. Euro ins Finale eingezogen.

Die zuständige Investmentbank UBS hatte die Frist für die endgültigen Angebote Anfang der Woche um zwei Tage bis Donnerstag (12. September) verlängert. Bis dahin sind die Gespräche zwischen den Bietern über ein mögliches neues Angebot aber nicht abgeschlossen. "Wir brauchen die Zeit", hieß es am Mittwoch bei einem der Interessenten. Spätestens bis zu einer Sitzung des Kirch- Gläubigerausschusses am 18. September müsste das Angebot stehen.

Damit hätten die deutschen Interessenten nach Einschätzung aus Branchenkreisen noch immer eine Chance, da es sich bei dem 12. September nicht um eine amtliche Frist handele, die auf jeden Fall eingehalten werden muss. Auch gute Angebote, die kurz nach diesem Tag eingingen, hätten noch eine Chance.

Der Fernsehkonzern Pro Sieben Sat.1 hofft auf eine schnelle Einigung. "Eine längere Periode der Unsicherheit ist für uns sicher nicht wünschenswert", sagte Konzernchef Urs Rohner dem "Handelsblatt". Möglicherweise will die Kirch Media-Tochter auch selbst die Initiative ergreifen. Der Konzern schließe nicht aus, sein generelles Interesse an dem Filmstock der KirchMedia noch in dieser Woche schriftlich anzuzeigen, sagte Rohner. Ein bindendes Angebot werde dies aber nicht sein.

Der italienische Medienkonzern Mediaset ist derzeit nicht unter den Bietern für die KirchMedia. "Der Preis ist einfach zu hoch", sagte Unternehmens-Chef Fedele Confalonieri nach italienischen Medienberichten vom Mittwoch. "Wir glauben, dass Abwarten momentan eine gute Taktik ist", hieß es. Vor wenigen Wochen hatte der Konzern, der von der Familie des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi kontrolliert wird, Interesse am Kauf von Teilen des des TV-Konzerns Pro Sieben Sat.1 bekundet, jedoch nur "unter der Voraussetzung, dass der Preis angemessen ist".

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