Neue Medikamente sollen Gewinn und Image vieler Pharmafirmen aufpolieren
Pillen gegen die Flaute

Pharmafirmen geben Milliarden für die Forschung aus, doch neue Medikamente gibt es nur wenige. Im nächsten Jahr will die Branche ihre Erfolgsquote wieder steigern. Eine Flut an Neuzulassungen ist dennoch nicht zu erwarten.

HB FRANKFURT/M. Steigende Forschungsausgaben - rückläufige Zulassungszahlen: Die Flaute bei marktreifen neuen Arzneien wurde im abgelaufenen Jahr zu einer schweren Hypothek für die Pharma- und Biotechbranche. Zwar hat die US-Gesundheitsbehörde FDA gegen Jahresende noch mehrere Neuentwicklungen genehmigt. Insgesamt jedoch fällt die Bilanz enttäuschend aus.

Allein der Biotechsektor, der auf mehr als 30 Neuzulassungen hoffte, hat am Ende weniger als die Hälfte der Produkte durch die Genehmigungsverfahren gebracht. Hank McKinnell, Chef des Pharmariesen Pfizer, spricht mit Blick auf das krasse Missverhältnis von Forschungsausgaben und Innovationen sogar vom "bedrohlichsten Paradoxon" der Industrie.

Die Frage, ob die Branche aus dieser Flaute herausfindet, dürfte über die weitere Performance des Pharmasektors entscheiden. Hoffnung gibt die Tatsache, dass der Nachschub aus der Grundlagenforschung nicht abgerissen ist. Die Zahl der Wirkstoffkandidaten in frühen Forschungsphasen ist stetig gewachsen. Es gibt also genug Hoffnungsträger, mit denen sich die Branche für die nächsten Jahre zumindest eine Chance auf Besserung wahrt.

Experten gehen davon aus, dass die Erfolgsquote bei den Neuzulassungen schon 2003 wieder etwas günstiger ausfallen wird als im vorigen Jahr. "Viele Unklarheiten wurden beseitigt und die Unternehmen stellen sich besser auf die Anforderungen der Zulassungsbehörden ein", sagt Michael Fischer, der mit seinem Unternehmen Medical Strategy verschiedene Aktienfonds berät. Grund zur Hoffnung geben zudem die Neubesetzung des lange vakanten Chefpostens bei der FDA und eine Reorganisation in der FDA-Abteilung für biologische Produkte.

Was potenzielle Neuzulassungen betrifft, tritt die Pharmabranche allerdings auch 2003 nicht unbedingt mit einem überwältigenden Portfolio an. Knapp zwei Dutzend Verfahren dürften im Blickfeld von Unternehmen und Investoren stehen. Zu unterscheiden ist dabei zwischen Produkten mit völlig neuen Wirkprinzipien und Substanzen aus bereits etablierten Wirkstoffgruppen.

Letztere haben geringeres Risiko, in der Zulassung zu scheitern. Sie müssen aber gegen etablierte Konkurrenzprodukte antreten. Spannender - und für die Biotechbranche noch wichtiger - sind Zulassungen für völlig neue Therapieansätze. Genehmigungen könnten einiges an Vertrauen zurückbringen, das die Branche mit den zahlreichen Flops verspielt hat. Die wichtigsten Produkte aus diesem Segment finden Sie in der rechten Spalte.

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