Neue Ölmassen
In Spanien wächst wieder Angst vor neuer Ölpest

An der spanischen Atlantikküste wächst nach dem Untergang des Tankers "Prestige" die Angst vor einer neuen Ölpest. Wie der staatliche Rundfunk RNE am Donnerstag berichtete, näherte sich ein riesiger Teppich von 11 000 Tonnen Öl der galicischen Küste im Nordwesten Spaniens bis auf 80 Kilometer.

HB/dpa LA CORUNA. Experten bezeichneten es als wahrscheinlich, dass die Massen am Wochenende die Küste erreichen würden. Der Ölteppich war entstanden, als die "Prestige" vor gut einer Woche mit 77 000 Öl an Bord 250 Kilometer vor der Küste zerbrochen und gesunken war. Er hatte ursprünglich die Flächenausmaße der Stadt Hamburg gehabt, teilte sich aber mittlerweile in mehrere Einzelflächen auf.

Schlechtes Wetter und Sturm machten auch am Donnerstag den Einsatz von Spezialschiffen zur Bekämpfung der Ölpest unmöglich. Nach Angaben der Behörden waren die Wellen in dem betroffenen Seegebiet zwei bis vier Meter hoch. Unter solchen Bedingungen könnten die 14 bereitgestellten Ölbekämpfungsschiffe nicht eingesetzt werden, hieß es. Dazu gehörte auch das aus Deutschland entsandte Spezialschiff «Neuwerk».

Nach dem Schiffsunglück in Spanien wurde der 26 Jahre alte Öltanker «Byzantio» im Hafen der estnischen Hafenstadt Muuga eingehend auf Sicherheitsrisiken untersucht. Frankreich hatte den baltischen Staat ersucht, die "Byzantio" strengstens zu kontrollieren, um einen ähnlichen Fall wie den der «Prestige» zu verhindern.

Frankreichs Umweltministerin Roselyne Bachelot teilte mit, aus den Tanks der «Prestige», die in 3 600 Metern auf dem Meeresgrund liegt, ströme weiter Öl in den Atlantik. Ihr spanischer Amtskollege Jaume Matas bestritt dies. Näheren Aufschluss über den Zustand des Tankerwracks soll das französischer Spezial-U-Boot "Nautile" bringen, das am Sonntag an der Unglücksstelle erwartet wird.

Galicien war bereits vor gut einer Woche von einer Ölpest heimgesucht worden. Damals war die "Prestige" vor der Küste leckgeschlagen worden und in Seenot geraten. Dabei waren Tausende von Tonnen Öl ins Meer gelangt. Die spanische Regierung ordnete daraufhin an, den Tanker auf das offene Meer hinaus zu schleppen, wo das Schiff dann sank.

Nach Angaben des Magazins "Stern" war das Auseinanderbrechen des Öltankers auf das Eingreifen der portugiesischen Marine zurückzuführen. Die niederländischen Schlepper mit dem havarierten Tanker am Haken seien von dem Kriegsschiff "João Coutinho" abrupt zum Abdrehen gezwungen worden, berichtete das Magazin: Deshalb sei die "Prestige" quer zu den Wogen gekommen, eingeknickt und gesunken.

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