Neue Organisationsfelder müssen erschlossen
ÖTV-Chef sieht Mehrheit für Verdi-Gründung

Bsirske meinte, der Leipziger ÖTV-Kongress im vergangenen November habe einen Realitätsschock an der Basis ausgelöst. Der Gewerkschaft sei klar geworden, dass sie von der Öffentlichkeit daran gemessen werde, ob sie ihr zentrales Zukunftsprojekt zu Stande bringe. "Inzwischen bin ich der Meinung, dass selbst in den Bezirken, die ver.di bisher abgelehnt haben, eine sehr große Mehrheit der Delegierten in Berlin für die Fusion stimmen wird."

Eine der Aufgaben von ver.di werde es sein, neue Organisationsfelder wie die New Economy zu erschließen, sagte Bsirske. "Dazu muss sich aber auch die Haltung der Gewerkschaften ändern." Der Dialog mit diesen Beschäftigten dürfe nicht von einem Mitgliedsausweis abhängig gemacht werden. Statt Bevormundung und Besserwisserei an den Tag zu legen, müsse gemeinsam nach Lösungen gesucht werden. "Wenn die Mitarbeiter eines solchen Betriebes nachts arbeiten wollen, kann sich die Gewerkschaft nicht hinstellen und sagen, das dürft Ihr nicht."

Zu ver.di wollen neben der Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV) die Deutsche Angestellten-Gewerkschaft DAG, die Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen (HBV), die Deutsche Postgewerkschaft (DPG) und die IG Medien fusionieren.

Einer der schärfsten Kritiker der geplanten Fusion, der Leiter des ÖTV-Bezirks NRW II, Hartmut Limbeck, sprach sich für die ver.di-Gründung aus. "Ein Scheitern der Verschmelzung wäre so fatal, dass es wohl sinnvoller ist, jetzt in ver.di zu gehen, um dann dort zu sehen, was noch geändert werden muss", sagte er. Limbeck sagte, er sei nie ein Gegner von ver.di gewesen. Er habe immer noch Bauchschmerzen bei dem Prozess, doch dringend nötige Reformen seien nur mit ver.di zu verwirklichen.



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