Neue Phase auf dem Weg zur Liberalisierung der Strom-Märkte
Börsen könnten bis zu 25 Prozent des deutschen Stromhandels abwickeln

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung sieht in den Strombörsen an den Plätzen Leiptig und Frankfurt eine neue Phase zur Liberalisierung der Energie-Märkte.

adx BERLIN. Strombörsen markieren nach Ansicht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin eine neue Phase auf dem liberalisierten Energiemarkt der Bundesrepublik. Mitte des Monats hatte an der Leipziger Power Energy Exchange (LPX) der Spothandel mit Elektrizität begonnen, im August soll in Frankfurt am Main die European Energy Exchange (EEX) folgen.

Beide Handelsplätze sollen später durch Terminmärkte ergänzt werden. Über diese Börsen könnten künftig 20 bis 25 Prozent des gesamten deutschen Stromhandels abgewickelt werden, stellt das DIW in seinem am Mittwoch veröffentlichten Wochenbericht fest. Der Stromhandel an der Börse trage zu erhöhter Markttransparenz bei und reduziere die Gewinne auf der europäischen Großhandelsebene.

Das Institut gibt zu bedenken, dass der freie Wettbewerb in Frage steht, wenn die Zahl der Teilnehmer an der Börse zu gering ist und marktbeherrschende Positionen einzelner Anbieter oder Nachfrager «strategisches Verhalten» ermögliche. Als hinderlich könne sich auch erweisen, dass es in Deutschland keine unternehmerische Trennung von Netzbetrieb sowie Stromerzeugung und-verteilung gibt.

Aus der restriktiven Handhabung des Netzzugangs könnten sich, wie internationale Erfahrungen zeigen, Probleme ergeben. Vertikal integrierte Unternehmen hätten wenig Interesse an einer breiten Netznutzung. Das DIW bezweifelt auch, ob "der Parallelbetrieb von mehreren Strombörsen in Deutschland auf Dauer wirtschaftlich tragfähig ist".

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