Neue Plattform soll die Integration von Programmen verschiedener Hersteller erleichtern
SAP als Vermittler im Softwarechaos

SAP stärkt seine Stellung als Anbieter von Plattformen für das E-Business. Mit "mySAP Technology" soll es möglich sein, Programme verschiedener Hersteller einfacher als bislang zu integrieren. Analysten bestätigen die technologische Bedeutung, sehen aber kurzfristig keine Effekte für das operative Geschäft.

HB DÜSSELDORF. Das Walldorfer Softwarehaus SAP AG versucht sich auch als Anbieter von IT-Infrastruktur. Vorstandssprecher Hasso Plattner stellte auf der Entwicklerkonferenz TechEd in Los Angeles eine neue Plattform mit dem Namen "mySAP Technology" vor, die es ermöglicht, Programme anderer Anbieter einfacher zu integrieren. Damit setzt SAP seine Strategie fort, sich als Anbieter offene E-Business-Plattformen zu etablieren.

Plattner bezeichnete "mySAP Technology" als eine der wichtigsten Ankündigungen für SAP. Dagegen äußerten sich Analysten zurückhaltend, was die direkten Auswirkungen auf das SAP-Geschäft angeht. Die Ankündigung sei zwar für die technologische Entwicklung des Unternehmens wichtig, habe aber nur gering Auswirkungen auf die operative Entwicklung von SAP, meint Alla Gorelove von Sal. Oppenheim. Die SAP-Aktie stieg um rund 3 %.

Die neue Plattform soll Teil jeder mySAP.com-Lösung werden. "Wenn andere Anbieter lediglich Werkzeuge zur Integration anbieten, stellt SAP nun eine neue komplette neue Technologie zur offenen Integration von kompletten Anwendungen vor", machte Plattner deutlich.

Peter Barth, Direktor Technologie- Marketing bei SAP, erklärte gegenüber dem Handelsblatt: "Wir sehen beim Kunden, dass er sein Geschäft zwar mit Hilfe des Internets abwickeln, aber dafür nicht seine alten Systeme ersetzen will." MySAP.com sei zwar auch ein offenes System, weil Schnittstellen zur Verfügung stehen. Das reiche aber nicht aus, um einen kompletten Prozess zu treiben. Dazu müssen auch andere Systeme aktiv integriert werden.

Vereinfacht ausgedrückt ist es Unternehmen mit "mySAP Technology" möglich, Software-Programme verschiedener Hersteller schnell und kostengünstig miteinander zu verbinden. Üblicherweise schirmen die Hersteller ihre Programme stark gegenüber der Konkurrenz ab, um die eigenen Marktanteile zu sichern. Ein Austausch von Informationen zwischen verschiedenen Systemen ist häufig nur über gewisse Schnittstellen und mit Hilfe von speziellen Programmen (Middleware) möglich.

Mit "mySAP Technology" wird es nun möglich sein, die verschiedenen Anwendungen direkt miteinander kommunizieren zu lassen. Branchenkenner gehen deshalb davon aus, dass die neue Technik die Position der SAP als Plattformanbieter im E-Business stärken wird. Zugleich wird Kunden, die bereits mit anderen ERP-Systemen arbeiten, eine Tür in die SAP-Welt geöffnet. "SAP hat sich hinsichtlich Marktanteil und Produktbreite einen Vorsprung verschafft, der in den nächsten drei Jahren nur schwer einzuholen sein dürfte", erklärte Yvonne Genovese, Forschungsleiterin bei der Gartner Group.

Auch Barth von SAP sieht sein Unternehmen bei der Bewältigung dieser komplexen Aufgabe in einer besseren Situation als Konkurrenten wie Plumtree, Bea Systems, Tibco, Webmethods, aber auch IBM oder Sun Microsoystems: "Wir kennen die Geschäftsprozesse besser", sagte er mit Hinweis auf die große Installationsbasis von SAP-Programmen.

Bestandteil der neuen Plattform "mySAP Technology" ist zum einen der Web-Application-Server. Er stellt Informationen und Daten verschiedener Anwendungen und Quellen für andere Programme und Services zur Verfügung. Zum anderen stellt eine Portal-Infrastruktur eine speziell auf jeden Nutzer ausgerichtete Arbeitsumgebung bereit. Schließlich sorgt die Exchange-Infrastruktur dafür, dass Geschäftsprozesse unabhängig vom Standort und Rechner übergreifend aufbereitet werden können.

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