Neue Preisrunde
Preise für Benzin und Diesel erklimmen Rekordhöhen

Die steigende amerikanische Nachfrage treibt die Ölpreise in Rotterdam und sorgt so auch für einen Preisschub in Europa.

beu HAMBURG. Preisschock für Deutschlands Autofahrer: Zum zweiten Mal in dieser Woche haben die Mineralölkonzerne die Tankstellenpreise für Benzin und Diesel erhöht und damit den Rekordstand von Mitte vergangenen Jahres deutlich übertroffen. Unter Führung von Esso haben die Konzerne die Preise am Donnerstag für alle Sorten um drei Cent pro Liter angehoben. Bereits am Montag hatten sie den Liter Benzin und Diesel um ebenfalls drei Cent verteuert.

Normalbenzin kostet nun nach den Angaben des Esso-Sprechers Karl-Heinz Schult-Bornemann 1,146 Euro, Super 1,167 Euro und Super plus 1,207 Euro. Für Diesel werden fast 96 Cent fällig. Ein Aral-Sprecher bestätigte die Anhebung. Gegenüber der Vorwoche bedeutet dies eine Verteuerung um 4 Cent, rechnet Heino Elfert vom Energie Informationsdienst (Eid) vor. Von der ersten Preisanhebung seien zwei Cent im Wettbewerb bereits wieder abgeschmolzen.

Als Auslöser für die Preisrally sehen Beobachter die Entwicklung am Spotmarkt für Mineralöl und Mineralölprodukte in Rotterdam. Hier haben seit Anfang Februar die Notierungen für Benzin , Diesel und Heizöl um 30 bis 40 Dollar je Tonne und damit deutlich über 10 % angezogen. Diese Steigerungsrate ist doppelt so hoch wie die Preiserhöhung für Rohöl. Rohöl hat sich seit Anfang Februar um 5 % von 31 auf jetzt 32,50 Dollar je Barrel (159 l) verteuert.

Erklärt wird der überproportionale Anstieg der Rotterdamer Preise mit einer plötzlichen und unerwarteten Nachfrage aus den USA auf Grund niedriger Rohöl-Lagerbestände. Nach Angaben der US-Energiebehörde lagen die Rohöl-Lagerbestände in den USA vergangene Woche mit rund 270 Mill. Barrel etwa 52 Mill. Barrel unter dem Vorjahreswert. Die Bestände sind damit so niedrig wie seit 1975 nicht mehr.

Abrupte Preissteigerungen wegen plötzlicher US-Käufe in Rotterdam haben auch schon in den Jahren 2000 und 2001 die Preise in Europa nach oben getrieben. In 2000 war hiervon Heizöl, in 2001 Benzin betroffen.

Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe warf den Mineralölkonzernen vor, sie spekulierten mit der Kriegsangst. Im Mitteldeutschen Rundfunk sagte Stolpe, es sei genug Öl im Angebot. Auch gebe es keine erkennbare Knappheit oder einen Sturm auf die Tankstellen. "Ich habe das Gefühl, hier wird spekuliert mit dem Krieg", wurde Stolpe zitiert. Das habe nach seinem Empfinden auch etwas Zynisches an sich.

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