Neue Produkte sollen das Defizit im laufenden Jahr ausgleichen
In Deutschland laufen Sony die Kunden davon

Erstmals seit mehreren Jahren ist die Sony Deutschland GmbH in die Verlustzone gerutscht. Dafür machte der Chef der deutschen Tochter des japanischen Sony-Konzerns, Leopold Bonengl, die allgemeine Konjunkturschwäche aber auch hausgemachte Fehler verantwortlich.

gil KÖLN. So habe Sony im ersten Halbjahr des Ende März abgeschlossenen Geschäftsjahres keine Fernseher im unteren Preisbereich gehabt und musste auch hohe Lagerbestände des Handels bei Computern mitfinanzieren. Zusätzlich brachte die Einführung eines neuen Konditionensystems, der Markteinbruch in der Informationstechnologie und bei Investitionsgütern zusätzliche Belastungen.

Das zweite Halbjahr lief nach Angaben von Bonengl wegen neuer Produkte und einer Trendwende im Geschäft mit Fernsehern und Laptops nach der Funkausstellung zwar besser, die ursprünglichen Ziele für das Geschäftsjahr 2001/02 wurden aber nicht erreicht. Statt eines angepeilten ausgeglichenen Ergebnisses ergab sich ein Vorsteuerverlust von 13,4 Mill. Euro. Der Umsatz sank um 8,9 % auf 1,3 Mrd. Euro. Sony bezeichnet sich zwar immer noch als Marktführer in der klassischen Unterhaltungselektronik in Deutschland, der Marktanteil ist jedoch von 16,4 auf 15 % gefallen.

Lediglich in den Bereichen Camcorder, Projektionsfernseher und Personal Audio konnte Sony seine Marktführerschaft ausbauen. Bei Fernsehern, dem wichtigsten Einzelmarkt, fiel der Marktanteil von Sony von 10 auf 7,9 %. Hier ist Sony in Deutschland nur noch die Nummer Vier nach Grundig, Philips und Loewe.

Für das laufende Jahr ist der Sony-Chef jedoch optimistisch, diese Scharte wieder auszuwetzen. "Der positive Trend verstärkt sich", betonte Bonengl in Köln. Er plant einen Vorsteuergewinn in zweistelliger Millionenhöhe und ein Umsatzplus von über 8 %, obwohl der Markt für Konsumelektronik in den vergangenen Monaten um 10 % eingebrochen sei.

Dies soll einmal durch eine Verbreiterung des Angebots im Computerbereich erfolgen. Neben dem Notebook Vaio will Sony zur Cebit nächsten Jahres einen Desktop-PC einführen, der in Japan bereits auf dem Markt ist. Er soll zwischen 1 500 und 2 000 Euro kosten. Bonengl räumte zwar ein, dass dies ein hoher Preis sei, es werde aber kein herkömmlicher PC sein, sondern ein umfassender Hifi-PC, der die Funktionen eines PC mit einem Online-Terminal, einem digitalen Videorecorder und einer Hifi-Anlage vereine. Dadurch soll der Umsatz im Computerbereich um rund 40 % auf 300 Mill. Euro steigen. Zusätzlich will Sony in die Märkte für DVD-Recorder und Autonavigation einsteigen. Im traditionellen Markt der Unterhaltungselektronik will Sony seine Vernetzungsstrategie fortsetzen.

Quelle: Handelsblatt

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%