Neue Regeln
Deutsche Puckjäger etablieren sich in NHL

Die deutschen Puckjäger stürmen unaufhaltsam in die beste Eishockey-Liga der Welt. Bei der in der Nacht zum Donnerstag beginnenden 87. Saison der National Hockey League (NHL) werden erstmals sieben Profis aus dem Land des diesjährigen Olympia- Fünften und Weltmeisterschafts-Achten um den Stanley Cup mitspielen.

HB/dpa LOS ANGELES. Zum inzwischen zweimaligen Champion Uwe Krupp, den Routiniers Olaf Kölzig, Marco Sturm, Jochen Hecht und Sven Butenschön gesellten sich die Verteidiger-Talente Dennis Seidenberg und Christoph Schubert. "Dass immer mehr unsere Sprache sprechen, ist der beste Beweis für den kontinuierlichen Qualitätsgewinn der Nationalmannschaft. Nächstes Jahr werden sicher wieder neue Gesichter auftauchen", prophezeite Sturm aus gutem Grund. In drei Vorbereitungs-Partien der San Jose Sharks hinterließen Marcel Goc (Adler Mannheim) und Christian Ehrhoff (Krefeld Pinguine) einen "blendenden Eindruck". Beide stehen auf dem Sprung in das kalifornische Team, mit dem Sturm endlich den großen Coup landen will. Die als Geheimfavorit geltenden Sharks waren in den zurückliegenden fünf Jahren in den Playoffs stets knapp gescheitert.

Der Ex-Landshuter, der wie Olaf Kölzig seinem Club treu blieb, ist aber nicht der einzige unter dem deutschen Cracks, der nach den Sternen in Übersee greifen möchte. Das trifft insbesondere auf "Olie the Golie" Kölzig zu. Die abgelaufene Saison war so deprimierend für den 32 Jahre alten Keeper, "dass es nur besser werden kann. Und es wird", ist Kölzig nach ausgeheilter Knieverletzung überzeugt. Das Team verstärkte sich mit Robert Lang von den Pittsburgh Penguins, für die Superstar Mario Lemieux weiter seine Schlittschuhe schnüren wird. In einer Angriffs-Reihe mit seinem tschechischen Kollegen Jaromir Jagr - best bezahlter Spieler der Liga mit elf Mill. Dollar - soll Lang die Capitals-Torfabrik zur Höchstproduktion führen.

Ein dritter Stanley-Cup-Triumph für Uwe Krupp scheint indes illusorisch. Für den von Titelverteidiger und neben den Colorado Avalanche als Meisterschafts-Kandidat Nummer eins gehandelten Detroit Red Wings zu den Atlanta Trashers abgeschobenen Verteidiger wäre schon das Erreichen der Playoffs ein großer Erfolg. Gleiches gilt für Jochen Hecht. Überraschend von den Edmonton Oilers nach Buffalo gewechselt, steht der Ex-Mannheimer bei den mit einer dreistelligen Millionensumme verschuldeten Sabres vor einer unsicheren Zukunft.

Erst einmal richtig Fuß fassen im neuen Umfeld, lautet indes die Devise von Butenschön (von Edmonton zu den Florida Panthers) sowie der Debütanten Schubert (Nürnberg Ice Tigers zu den Ottawa Senators) und Seidenberg, dem dies bei den Philadelphia Flyers offenbar schon gelang. Headcoach Ken Hitchcock jedenfalls schwärmte nach acht Testspielen, in denen der Ex-Mannheimer zwei Tore schoss: "Wie Dennis sich integriert hat, ist sensationell. Er verkörpert den Verteidiger modernster Prägung. Er steht vor einer großen Karriere."

Der Vielgepriesene, der in seiner Premieren-Saison mit 425 000 Dollar entlohnt wird, lässt sich von der Begeisterung um seine Person nicht anstecken. Die Konzentration des 21-Jährigen gilt allein dem Eishockey, das mit neuen Regeln attraktiver werden soll. Die Bullys müssen binnen 18 Sekunden ausgeführt werden, womit das Spiel schneller und um mindestens acht Minuten verkürzt wird. Auch soll nahezu jede Körperberührung von Akteuren bestraft werden, die nicht unmittelbar am Kampf um die schwarze Scheibe beteiligt sind.

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