Neue Regeln: Einführungsphase von drei Jahren
US-Konzerne müssen schneller berichten

Nach den jüngsten Bilanzskandalen in den USA sollen die Unternehmen ihre Geschäftszahlen künftig schneller veröffentlichen als bislang. Entsprechende Regeln wurden am Dienstag von der US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchanges Commission) einstimmig beschlossen.

Reuters WASHINGTON. Demnach müssen die Firmen ihre Jahresergebnisse nun bis spätestens 60 Tage nach Ablauf des Geschäftsjahres vorlegen. Bisher hatten sie 90 Tage dazu Zeit. Für Quartalsberichte gilt nun eine Frist von 35 statt bislang 45 Tagen. Zunächst hatte die SEC hier sogar nur 30 Tage vorgesehen, war aber nach Protest mehrerer Unternehmen - darunter auch der Schnellrestaurant-Kette McDonald's - davon abgerückt.

SEC-Chef Harvey Pitt sagte, er hätte die Regelung einer 30-Tage-Frist vorgezogen. Aber die Kommission "hat sehr genau abgewogen zwischen der Notwendigkeit einer beschleunigten Vorlage der Ergebnisse und den nötigen Schritten, um eine Qualitätsminderung der zu veröffentlichenden Zahlen zu verhindern."

Für die neuen Regeln gilt nun eine Einführungsphase von drei Jahren. Betroffen sind Firmen, die seit mindestens einem Jahr unter SEC-Aufsicht stehen, mindestens einen Jahresbericht eingereicht haben und bei denen der Wert öffentlich handelbarer Aktien wenigstens 75 Millionen Dollar beträgt.

Nach dem Willen der SEC muss ferner künftig innerhalb von zwei Werktagen gemeldet werden, wenn Manager Aktien ihres Unternehmens kaufen oder verkaufen. In der Vergangenheit konnte es Wochen oder sogar Monate dauern, bis diese Informationen öffentlich gemacht wurden.

"Das sollte den Anlegern zugute kommen, da die Märkte immer generell großes Interesse daran gehabt haben, was das Management mit den Aktien macht", kommentierte ein Experte diese Neuerung.

SEC-Mitarbeiter Alan Beller sagte: "Ich glaube, dass die neuen Regelungen für ausländische Firmen ausreichend weit gefasst sind, um damit leben zu können". Elf deutsche Unternehmen, darunter auch die Deutsche Telekom , fordern Ausnahmeregeln, da die verschärften Aufsichts- und Rechnungslegungspflichten in Teilen mit deutschem Recht unvereinbar seien. An den US-Börsen sind 31 deutsche Unternehmen gelistet.

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